Was ist Varroose?

Die Varroose bleibt eine ständige Herausforderung für Imker auf der ganzen Welt, da dieser parasitäre Milbe gravierende Verluste in Bienenvölkern verursacht und eine Quelle vieler Krankheiten ist.

Welche Möglichkeiten stehen uns im Kampf gegen die Varroose zur Verfügung?

Varroa Destructor – gefährlicher Parasit aus Asien

Der Varroa Destructor-Milbe wurde erstmals 1904 in Indonesien entdeckt. In den darauffolgenden fünf Jahrzehnten breitete er sich nach China, Indien und schließlich über Russland bis zu den Bienenvölkern in Deutschland und Polen aus. Im Jahr 2007 wurde seine Präsenz auch auf Hawaii nachgewiesen.

Warum ist der Kampf gegen die Varroose eine dauerhafte Aufgabe? Die Milbe hat keine natürlichen Feinde, die ihre Ausbreitung verhindern könnten. Als Folge wird das Bienenvolk nach einer Behandlung schnell wieder infiziert. Deshalb ist eine systematische Bekämpfung der Varroose notwendig, denn Honigbienen verfügen nicht über ausreichend natürliche Abwehrmechanismen gegen diesen Parasiten.

Die Nichtbehandlung der Varroose bringt große Risiken mit sich. Die erwachsenen Bienen werden geschwächt und das ganze Bienenvolk leidet unter Mangelernährung. Befallene Larven entwickeln sich zu erwachsenen Individuen mit verschmälerndem Hinterleib, unterentwickelten Flügeln und Beinen und sterben oft frühzeitig. Mit der Varroose infizierte Bienen sind so geschwächt, dass nur ein kleiner Prozentsatz überlebt. Zudem sind geschwächte Bienen anfälliger für weitere Krankheiten wie bakterielle Brutkrankheiten, Virusinfektionen und Pilzsporen. Varroa Destructor überträgt auch Viren wie Flügeldeformationsvirus und Paralyseviren.

Rechtliche Aspekte der Bienenhaltung

Nach dem Gesetz Nr. 166/1999 Slg. über veterinärmedizinische Vorsorge und Änderungen verschiedener damit zusammenhängender Gesetze – dem sog. „Tierseuchengesetz" – werden Bienen als landwirtschaftliche Nutztiere betrachtet. Das bedeutet, dass für Imker besondere Anforderungen gelten, die im Tierseuchengesetz und detaillierter in der Verordnung Nr. 18/2018 Slg. geregelt sind.

Allgemeine Pflichten von Tierhaltern, beschrieben in § 4 und § 5 des Tierseuchengesetzes, beinhalten die Haltung von Tieren in einer Umgebung und unter Bedingungen, die ihren biologischen und physiologischen Bedürfnissen sowie ihrer Gesundheit entsprechen. Die Einrichtungen für die Bienenhaltung müssen eine Kontrolle des Gesundheitszustandes ermöglichen, etwa durch Inspektion der Waben, und müssen aus Materialien bestehen, die gesundheitsverträglich sind und die Unbedenklichkeit der Produkte gewährleisten.

Varroa – Identifikation und Verbreitungswege

Varroa Destructor, der Milbe, ist mit bloßem Auge sichtbar und kann sowohl auf erwachsenen Bienen als auch auf der Brut in verschiedenen Entwicklungsstadien beobachtet werden. Der Parasit durchläuft seinen Lebenszyklus sowohl auf Larven als auch auf den erwachsenen Tieren.

Die Milben ernähren sich 14 Tage lang von den erwachsenen Bienen und besetzen dann die Brutzellen. Die Weibchen können etwa zwei Monate überleben, befruchtete Weibchen sogar bis zu sieben Monate während des Winters, versteckt unter den Bauchsegmenten erwachsener Bienen. Nach dem Abfallen von der Biene stirbt Varroa Destructor in der Regel innerhalb von 1–10 Tagen.

Die Weibchen von Varroa Destructor bevorzugen Drohnenbrut, die in dunklen, häufiger benutzten Waben aufgezogen wird, während hellere Waben seltener befallen werden. Um den Befallsgrad im Bienenvolk zu ermitteln, ist es im Juni effektiv, die Anzahl der toten Varroa Destructor-Weibchen pro Tag zu zählen und diese Zahl mit 120 zu multiplizieren, um eine Schätzung der gesamten Parasitenpopulation zu erhalten. Die Milben können durch visuelle Kontrolle der Drohnenbrut identifiziert werden – sie sind etwa 1,4–1,7 mm groß und damit gut sichtbar.

Varroose – Behandlung

Eine wirksame Bekämpfung der Varroose erfordert den gezielten Einsatz geeigneter Präparate zum richtigen Zeitpunkt. Die höchste Varroa-Sterberate tritt von August bis Oktober und am Ende der Überwinterung auf. Für gewöhnlich erfolgen die Behandlungen im Frühjahr (März/April) und zu Beginn des Herbstes (September, manchmal auch August).

Es ist entscheidend, die Behandlungsmethoden abzuwechseln, um einer Resistenzbildung der Parasiten vorzubeugen, die das Bienenvolk ernsthaft bedrohen könnte. Wichtig ist dabei, nicht nur den Namen des Medikaments, sondern vor allem den Wirkstoff zu wechseln. Es sollte beachtet werden, dass eine vollständige Eliminierung der Varroose nicht möglich ist.

Varroose – natürliche Kontrolle

Medikamente gegen Varroose können Geschmack und Qualität des Honigs beeinträchtigen, daher werden sie außerhalb der Honigsaison angewendet. In ökologischen Imkereien sind natürliche Behandlungsmethoden wie Ameisensäure, Milchsäure, Zitronensäure und Oxalsäure verbreitet. Dabei werden die Mittel in das Bienenvolk über geeignete Verdunster in der richtigen Menge und zum passenden Zeitpunkt verabreicht.

Auf Bio-Höfen wird auch das Bestäuben der Bienen mit Puderzucker zur mechanischen Entfernung von Milben angewendet. Diese Technik ist jedoch in der Regel keine Hauptbehandlung. Hausmittel wie das Räuchern mit verbrannten Tomaten-, Meerrettich- oder Rote-Bete-Blättern werden ebenfalls genannt, gelten jedoch als unzuverlässig.

Ebenfalls eingesetzt wird der Huflattich, der eine mittlere Wirksamkeit gegen Parasiten zeigt. Aus dieser Heilpflanze wird ein Aufguss zubereitet, der als Spray verwendet wird. Ähnlich kann die getrocknete Wildrose mit ihren ätherischen Ölen genutzt werden, deren Rauch die Milben bekämpft.

Varroose – Behandlungsmethoden für Bienen

Bei der Auswahl von Arzneimitteln gegen Varroose ist es wichtig, die Zusammensetzung der Präparate zu kennen und das richtige Produkt auszuwählen:

Amitraz – Dieses Mittel ist unter Imkern aufgrund seiner Wirksamkeit von bis zu 98 % sehr beliebt. Es ist in Form von Räuchertabletten oder Streifen zur Aufhängung im Bienenstock erhältlich. Vorsicht: Es kann sich im Honig anreichern.
Thymol – Thymolbasierte Produkte werden zumeist als Tabletten geliefert, sie sind jedoch nur im Temperaturbereich zwischen 15 und 30 °C wirksam; bei höheren Temperaturen können sie tödlich für die Bienen sein.
Flumethrin – Produkte mit Flumethrin, erhältlich als Streifen, werden von manchen Imkern als weniger wirksam eingeschätzt.

Weitere Methoden zur Kontrolle der Varroose

Biotechnische Methoden – Eine gängige Technik ist das Ausschneiden von Drohnenbrut. Den Bienen wird ein leerer Rahmen ohne Mittelwand gegeben, den sie ausbauen, und nachdem die Brutzellen verdeckelt sind, wird der Inhalt entfernt und durch einen neuen Rahmen ersetzt.
Teilung des Bienenvolkes – Durch die Teilung des Volkes trennt man vorübergehend auch den Varroa-Befall und kann damit die Ausbreitung verlangsamen. Der Milbe befindet sich nämlich hauptsächlich in verdeckelten Brutzellen.
Verwendung eines Isolators – Hierbei wird die Königin im Herbst isoliert, wodurch sie keine Eier mehr legt und so die Population der Milben eingedämmt wird. Diese Methode kann jedoch dazu führen, dass die Bienen die Königin als untauglich betrachten und keinen richtigen Winterbienensitz bilden, was zum Tod des Volkes führen kann.

Aktive Prävention und Behandlung

Die Bekämpfung der Varroose sollte integraler Bestandteil der Bienengesundheit sein. Es ist wichtig, die richtigen Medikamente zu verwenden und die empfohlenen Applikationsverfahren einzuhalten. Wer einen ökologischen Ansatz bevorzugt, sollte Methoden wählen, die bienenschonend und zugleich effektiv gegen den Parasiten wirken. Da nicht immer sichtbare Symptome eines Befalls auftreten, ist regelmäßige Prävention entscheidend.