Informationen für Imker
Die Kärntner Biene, besser bekannt als Krainer (Apis mellifera carnica), überwintert typischerweise mit einer Volksstärke zwischen 1 und 1,5 kg. Besonders hervorzuheben ist ihre zügige Volksentwicklung im Frühling. Als erfolgreich überwintert gilt ein Bienenvolk, wenn dessen Gewicht nach der Winterperiode noch zwischen etwa 1 und 1,5 kg liegt – was einem vollständig besetzten Magazin im Normalmaß entspricht.
Die geeignete Beute für Ihre Bienen
Diese Informationen beziehen sich hauptsächlich auf die Magazinimkerei. Von Vorteil ist ein kurzer Weg der Bienen innerhalb des quadratischen Grundrisses. Während starke Bienenvölker wenig anfällig für mangelnde Wärmedämmung der Beuten sind, steigert eine gute Isolation bei schwächeren Völkern den Honigertrag um bemerkenswerte 50 bis 80 Prozent.
Das Rähmchenmaß Normalmaß eignet sich hervorragend für starke Völker und ermöglicht hohe Erträge. Es gibt keinen triftigen Grund für die Abschaffung dieses bewährten Maßes. Alternativen stellen das 42 cm Maß (europäisches bzw. slowakisches Standardmaß) sowie das aus Amerika stammende 45 cm Maß (Langstroth) dar, welches in Europa oft auf 42 cm oder 43 cm modifiziert wurde.
Eine Rähmchenhöhe von 24 cm gilt schon als hohes Maß, was gut für das Brutverhalten ist, allerdings zu einem schwereren, vollen Honigmagazin führt. Dies ließe sich beispielsweise durch einen Helfer, Hebewerkzeuge oder das Verlagern der Hälfte oder eines Drittels der Honigwaben in ein separates Magazin beheben.
Zu beachten ist, dass Langstroth und viele Ergebnisse der Forschung Farrars speziell auf die italienische Biene abgestimmt wurden und nicht unmittelbar auf andere Rassen zu übertragen sind.
Wissenswertes über Honig
Ob Honig seinen Wert verliert, wenn er in heißen Tee gegeben wird, beschäftigt viele Verbraucher. Hier besteht jedoch keine Gefahr für Qualitätsverlust. Entscheidend für die Denaturierung von Enzymen im Honig durch Hitze ist nicht nur die Temperatur allein, sondern auch die Einwirkungszeit. Wird Honig in frisch aufgebrühten Tee bei ca. 80 °C gegeben, sinkt die Temperatur rasch auf unter 60 °C ab und das Getränk wird meist innerhalb weniger Minuten konsumiert. Den Enzymen bleibt daher keine Zeit zu denaturieren.
Die Honigdichte lässt sich am zuverlässigsten durch Wiegen bestimmen. Ein Liter Honig mit ca. 19 Prozent Wassergehalt wiegt etwa 1,4 kg.
Bei der ersten Honigernte im Frühjahr muss darauf geachtet werden, dass keine Winter-Futtervorräte (zum Beispiel Futtersirup) in größerer Menge in den Honig gelangen. Einen Anteil von beispielsweise 1 kg Wintervorräten in 20 kg Frühlingshonig (etwa Rapsblütenhonig) ist unproblematisch. Ebenso ist auf Gerüche zu achten, da Honig diese und lose Staubpartikel aufnimmt. Verzichten Sie bitte auf chemische Mittel zur Vertreibung der Bienen aus dem Honigraum.
Materialien, die direkten Kontakt zu Honig haben, sollten lebensmittelecht sein. Geeignet sind hierbei rostfreie Edelstahlbehälter, speziell zugelassene Alugefäße, Glasbehälter sowie lebensmitteltaugliche Kunststoffe. Im Zweifel sind Behälter mit geeigneten PE-Beuteln auszukleiden (vergleichbar mit Lebensmitteltüten im Supermarkt).
Nutzen Sie zudem ausschließlich hygienisch zugelassene Räume und Einrichtungen zur Honigabfüllung, wenn Sie Honig nicht nur ab Hof verkaufen, sondern auch Marktstände oder den Lebensmitteleinzelhandel beliefern möchten.
Zum Verflüssigen kristallisierter Honige empfiehlt es sich, eine Wärmekammer bei einer Temperatur von etwa 50 °C für ungefähr 45 Stunden zu verwenden. Danach sollte der Honig direkt gefiltert und abgefüllt werden. Temperaturen unter 50 °C führen zu unvollständigem Auflösen der Kristalle und somit zu einer schnellen Wiederkristallisation.
Zum zuverlässigen Filtern des Honigs verwenden Sie lebensmittelechte Filtersiebe (wie Uhelon). Für grobes Filtern eignen sich Siebe S18 (0,4 mm) bis S25 (0,3 mm), während S35 (0,2 mm) für Standardhonige ausreichend ist. Besonders feine Siebe (S45 – 0,16 mm) sind speziell für Akazienhonig oder allgemein sehr hellen Honig empfohlen.
Gläser für die Honigabfüllung
Neue Honiggläser sind praktischer sowie kosteneffizienter als Gebrauchtgläser, die mühsam gereinigt, sterilisiert oder zertifiziert werden müssten. Spülen Sie Ihre Gläser vor dem Befüllen ganz einfach mit heißem Wasser oder reinigen Sie sie bequem in der Spülmaschine.
Für den Verkauf bietet es sich zudem an, mehrere Honiggläser auf einer stabilen Kartonplatte in einer Schrumpffolie zusammenzufassen. Diese Verpackungsmethode ist hygienisch, ansprechend und erleichtert das Sortimentieren beim Handelspartner vor Ort erheblich.
Honigetiketten
Für professionelle und kostengünstige Etiketten empfiehlt sich das Offset-Drucken eines farbigen Grundlayouts ("Honig" plus Logo). Weitere variable Angaben wie Sorte, Erntejahr, Haltbarkeitsdatum und Gewicht können anschließend auf einem herkömmlichen Computerdrucker ganz einfach ergänzt und direkt auf vorgedruckte A4-Etikettenbögen aufgebracht werden.
Aktuelle Honigsituation am Markt
Europa konsumiert rund ein Viertel des global erzeugten Honigs. Etwa die Hälfte wird in Europa produziert, während der Rest importiert wird, etwa aus Argentinien, nach dem Ausschluss Chinas wegen Antibiotika-Resten. Dunkler Honig aus mitteleuropäischer Produktion genießt weltweit einen besonders guten Ruf und ist begehrt. Helle, weltmarktkonkurrierende Honige sollten vorzugsweise regional vermarktet werden.
Praktische Vermarktungstipps
Die Direktvermarktung auf lokalen Märkten erlaubt es dem Imker, seinen Honig mit Qualitätsmerkmalen und direktem Kundengespräch besser und auch hochpreisiger zu verkaufen. Honig enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und natürliche Konservierungsbestandteile im Gegensatz zu Industriezucker. Einige Honige besitzen nachweislich gesundheitsfördernde Substanzen wie Brassin, die das Zellwachstum von Krebszellen beeinflussen könnten.






































































































































































































