Wie ich imkere und wie ich die Varroose eindämme
Ich betreue meine Bienenstände an Standorten, die 7 bis 50 Kilometer voneinander entfernt liegen. Dadurch kann ich Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen gut vergleichen. Hier möchte ich meine Erfahrungen und Beobachtungen teilen, die vor allem weniger erfahrenen Imkern helfen können. Methoden wie das Auswaschen von Bienenproben erwähne ich bewusst nicht, da diese Technik nur von einem kleinen Teil der Imker genutzt wird. Mein Ziel ist es, einen einfachen Weg aufzuzeigen, wie man die Population der Varroamilbe zuverlässig unter Kontrolle hält.
Ich möchte den Einsatz chemischer Präparate so weit wie möglich reduzieren und gleichzeitig einen sehr guten Gesundheitszustand der Völker erhalten. Diese Grenze ist jedoch sehr fein, und die Strategie unterscheidet sich von Jahr zu Jahr. Die meisten meiner Stände liegen im Raum Pardubice, wo derzeit ein hoher Druck durch Bienenkrankheiten herrscht. Verschärft wird die Situation durch mangelnde Tracht, Trockenheit, häufiges Schwärmen und die Ausbreitung von Viruskrankheiten. Was wir heute in den Niederungen erleben, kann künftig auch andere Regionen betreffen. Lokal ist die Lage in Südmähren teilweise noch schwieriger.
Seit 2012 züchte ich gezielt meine eigene Linie von Königinnen, auch unter Einsatz der instrumentellen Besamung, und vergleiche sie mit verfügbaren Carnica-Königinnen. Das Ergebnis war innerhalb weniger Jahre eine Verringerung der Varroabelastung um teils mehrere Dutzend Prozent im Vergleich zu Kollegen aus der Umgebung. Doch eine Serie trockener Jahre und fehlende Sommertracht brachten neue Komplikationen. In den letzten Jahren hilft uns immerhin der warme Herbst: Die Bienen können einen Teil ihrer Pollen- und Nektarreserven über blühende Zwischenfrüchte wie Senf ergänzen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen jedoch Virusinfektionen – PCR-Analysen bestätigen in meinen Bienenproben das Vorkommen von bis zu sechs verschiedenen Viren. Damit ist klar: Allein die Reduktion der Milbenpopulation garantiert noch keine problemlose Überwinterung.
Der eindeutig schlechteste Weg ist es, bei der Behandlung komplett zu resignieren. Obwohl ich Pyrethroide kritisch sehe – vor allem wegen ihrer langfristigen Rückstände im Wachs – komme ich an vielen Ständen nach wie vor nicht ganz ohne diese Wirkstoffe aus. Zu Saisonbeginn ist es entscheidend, den Gesundheitszustand der Völker festzustellen – dazu dienen regelmäßige Kontrollen von Brut, Bienen und Gemüll (Bodeneinlage).
Bei der Brutkontrolle achten Sie besonders auf Milben. Wenn Sie schon beim ersten Blick erwachsene Varroa-Weibchen entdecken, erfordert das ein sofortiges Eingreifen. Ich selbst habe Varroose zuletzt bereits im März festgestellt – und daraufhin umgehend Ameisensäure eingesetzt.
Sommerkontrolle der Varroose
Ob und wie stark Milben auftreten, wird von mehreren Faktoren beeinflusst: Trachtintensität, zugeflogene Schwärme, Räuberei, sichtbarer Milbenbefall auf den Bienen sowie Anzeichen von Viruskrankheiten. So sind mir im Winter an einem Stand fast 50 % der Völker eingegangen, an dem ich Ablegern statt Zuckerfutter die Vorräte durch das Zugeben von Honigwaben „abgekürzt“ habe. Im Ergebnis überwinterten die Ableger, die nicht mit Zucker aufgefüttert wurden, besser.
Wenn die Völker nach der Tracht unter Futtermangel und verspäteter Auffütterung leiden, sind sie anfälliger für eine Varroa-Explosion. Die Milbenmigration wird zusätzlich durch Räuberei schwacher Völker gefördert – deshalb muss die Situation laufend überwacht werden. Wenn ich auf einer Wabe auch nur eine einzige Milbe sehe, ist das kein Zufall, und häufig ist dann ein sofortiger Eingriff nötig.
Virusinfektionen sind schwer zu erkennen, gehen aber oft mit einer Abschwächung des Volkes im Spätsommer (Nachtracht-/Auffütterungszeit) und mit Vorratsverlusten einher. Eine typische Fehlreaktion ist dann intensives Nachfüttern, was die weitere Ausbreitung der Milben begünstigen kann.
Milbenmonitoring und Behandlung
Ich beobachte regelmäßig den natürlichen Milbenfall mit Bodeneinlagen, die mit Speiseöl bestrichen sind und in den Boden (Unterboden/Beutenboden) eingeschoben werden. Bei einem Fall von 3–5 Milben pro 24 Stunden empfehle ich erhöhte Aufmerksamkeit, höhere Werte erfordern sofortiges Handeln.
Ich setze im Wechsel Gabon Flum, Formidol 40 (Ameisensäure), Puderzucker und in letzter Zeit testweise auch Oxalsäure ein. In Jahren, in denen Imker kein Gabon Flum zur Verfügung hatten, wurden deutlich höhere Verluste festgestellt. Eine einmalige Ameisensäurebehandlung reicht meist nicht aus – wichtig ist, die gesamte Brutzeit abzudecken, ähnlich wie beim Einsatz von Gabon Flum. In diesem Jahr plane ich wiederholte Anwendungen im Abstand von 7–10 Tagen, insgesamt dreimal. Der Vorteil von Formidol liegt im raschen Abklingen ohne Rückstände im Wachs. Bei Gabon Flum verwende ich bei starken Völkern 4 Streifen; die Wirkung ist weiterhin gut. Es muss allerdings erwähnt werden, dass die Milben mit der Zeit eine Resistenz gegen den Wirkstoff entwickeln können.
Als vielversprechend bewerte ich Oxalsäure in Glycerin auf einem geeigneten Träger – zum Beispiel auf einem Weinfilter. Die Anwendung ist ähnlich wie bei Gabon-Streifen möglich, im Sommer erfasst Oxalsäure jedoch vor allem Milben auf den erwachsenen Bienen und nicht die Milben in der verdeckelten Brut. Bei Ablegern hat sich außerdem das wiederholte „Zuckern“ mit Puderzucker bewährt.
Thymol verwende ich bisher wegen seines starken Geruchs noch nicht.
Empfehlungen für Imker
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Fördern Sie das Schwärmen nicht.
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Überwachen Sie den Varroabefall regelmäßig und bewerten Sie die Situation rechtzeitig.
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Verwenden Sie ausschließlich zugelassene Tierarzneimittel und stets nach der empfohlenen Anwendung.
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Rechnen Sie mit einer gewissen Verlustquote und bilden Sie ausreichend Ableger – wer keine Ableger bildet, hat für die Zukunft keine Reserve.
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Wählen Sie Standplätze mit ausreichender Tracht und ohne zu hohe Bienendichte.
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Versuchen Sie, während der gesamten Brutzeit zu behandeln – das ist ebenso wichtig wie bei der Anwendung von Gabon-Streifen.
aus der Zeitschrift „Včelařství“ – Radek Hubač




































































































































































































