Der Sommer sei gepriesen
Ich hoffe, der Klassiker Fráňa Šrámek wird es mir verzeihen – die Zeit der Sommerferien, des Urlaubs und der Reisen kann auch für uns Imker noch warten, denn gerade jetzt legen wir die Grundlage für die kommende Saison unserer Bienen.
Der Weg in die wichtigste Phase des Imkerjahres, den Hochsommer, wird vor allem vom spektakulären Aufblühen der Linden begleitet. Selbst wenn uns dies nicht ins Auge springt, entgeht uns der Duft nicht: Das betörende Aroma unseres Nationalbaumes zwingt nicht nur Hobbyimker zum wiederholten Einatmen der süßen Luft, die sich unmittelbar im Geschmack des dunklen Lindenhonigs niederschlägt. An der Entstehung dieses Honigs sind oft eher Honigtauerzeuger wie die Lindenschildlaus beteiligt, als der Nektar selber. Ihre Anwesenheit erkennt man auch daran, wenn Autos unter Lindenbäumen parken: Klebrige Tröpfchen auf Scheiben deuten auf Honigtau. Ist es nicht zu trocken oder hat gerade ein Gewitter alles abgewaschen, finden die Bienen diese süße Quelle leicht. Auch andere Honigtauspender werden in dieser Zeit für die Bienenvölker interessanter als zu Anfang des Sommers. Da die Natur immer weniger Nektar bietet, haben Stadtimker nun einen Vorteil: Parks und exotisch bepflanzte Gärten geben mehr Tracht als eine konventionelle Agrarlandschaft. Auch als Anfänger wird man den Anbau von Phacelia, Klee und Sonnenblumen nicht selbst organisieren können, aber es lohnt sich, einmal zu erkunden, was in der Umgebung treibt, um zu wissen, was auf unsere Völker zukommt. Ein Feld voller blauer Phacelia, rotem Inkarnatklee oder goldgelben Sonnenblumenköpfen ist ein Segen für Bienen und Imker. Auch schnell wachsende Zwischenfrüchte wie Senf, Saatwicke oder Weißklee bieten zusätzlichen Nektar. Zu wünschen wäre, dass mehr Landwirte Buchweizen, Kümmel oder Mariendistel anbauen würden.
Sommerliche Anregungsfütterung
Nach der Lindenblüte, starken Regenfällen oder bei intensiver Trockenheit ist die Tracht oftmals vorbei, sodass wir mit der Zufütterung beginnen müssen. Für den Eigenbedarf sammeln die Bienen noch letzte Nektarreserven an Flussufern oder auf Wiesen, aber für die gesunde Entwicklung der Winterbienen reicht dies nicht aus. Hier ist eine Stockwaage hilfreich, um den Futtervorrat im Auge zu behalten. Um die Königin in Eiablage zu halten und die Pflegebienen zur Neubewachsung der Waben zu animieren, ist eine Reizfütterung unumgänglich. Bei Kontrollen des Volkes wird grob abgeschätzt, wie viel Honigvorrat vorhanden ist – unter 5 kg sollte es nie fallen. Für eine grobe Schätzung gilt: 1 dm² (etwas größer als eine Hand ohne Finger), beidseitig verdeckelt, wiegt ca. 250 g, unverdeckelte etwa 150 g. Ein Honigrahmen im Format 39x24 cm hat etwa 8 dm². Wer mag, kann beim Honigschleudern einige Waben wiegen, um ein Gefühl für den eigenen Schätzungswert zu bekommen – das Wachsgewicht ist selbstverständlich abzuziehen. Sobald mit der Fütterung begonnen wird, kann kein Honig mehr geerntet werden! In Regionen mit bedeutender Honigtautracht sollte dieser Schritt gut überlegt sein. Für die Anregungsfütterung hat sich für mich Zuckerlösung im Verhältnis 1:1 bewährt, je nach Volksstärke 1,5-2 Liter pro Woche per klassischem Fütterer. Wir haben verschiedene Fütterer getestet – Taschenfütterer aus Kunststoff mit Schwimmer haben sich am praktischsten erwiesen. Auch PE-Beutel, die auf die Oberträger gelegt werden, sind eine einfache Alternative. Vorteil: Die Reinigung entfällt, und ein zusätzlicher Zargenaufsatz ist nicht nötig – das spart Wärme im Bienenstock. Ableger im einräumigen Volk lassen sich so ideal bei der Wabenbildung stimulieren, sofern Königin und Witterung dies fördern. Die Mittelwand kommt dabei zwischen das Brutnest und den Fütterer, der an der Wand des Stocks angebracht ist. Wird der Sirup nachgefüllt und nicht abgenommen oder die Mittelwand bleibt im Bau zurück, ist die Königin und Volksstärke zu kontrollieren. Die Zufütterung sorgt für Erneuerungsimpulse und fördert damit weitere Bautätigkeit – bei mir gab es auf der Imkerei so gut wie nie Räuberei.
Vorbeugende Bekämpfung der Varroatose
Zu dieser Zeit – idealerweise nach der Honigernte – empfehle ich die vorbeugende Behandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe mit Ameisensäure. Entsprechende Verdunster, die leicht zu handhaben sind, werden nach Anleitung auf die Rähmchenoberträger gelegt. Wichtig dabei: Das Stockvolumen muss mit der in der Packung angegebenen Menge übereinstimmen – ich verwende bei vier Zargen zwei Verdunster. Nach 14 Tagen wiederhole ich die Behandlung, um sicherzustellen, dass auch geschlüpfte Varroamilben erfasst werden. Obwohl ich den Milbenfall kontinuierlich prüfe, führe ich diese Maßnahme in jeder Saison durch. Die schlüpfende Winterbienengeneration wird so kontinuierlich von Parasiten befreit, und ich benötige keine weiteren Late-Sommer-Medikamente. Einmalige Anwendung von Ameisensäure empfiehlt sich nur bei massivem Befall zwischen zwei Honigschleuderungen. Nach Entfernung der Verdunster verfliegt jeglicher Geruch noch bis zur nächsten Schleuderung komplett.
Honigräume entnehmen – ja oder nein?
Nach dem Trachtende ist es vielerorts üblich, den Bienenstock auf zwei Zargen (bei DN 39x24 cm) zu reduzieren – aus Gründen wie Schwarmvermeidung oder Futterersparnis. Ich handhabe es jedoch anders: Wegen des erfolgreichen Überwinterns auf mehreren Zargen und weil die Pflege der Waben voll bei den Bienen bleibt. Unsere Völker sind in dieser Zeit sehr stark, und wenn Platz genommen wird, passen die Flugbienen nicht mehr ins Nest. Sie sammeln sich dann in Trauben am Flugloch oder an Lüftungslöchern und verschwinden nach ein bis zwei Tagen – dies bedeutet jedoch Verluste durch das Nahrungsnetz. Bis Mitte Juli können diese Bienen aber noch für einen Kunstschwarm genutzt werden, falls man eine begattete Königin zur Verfügung hat.
Kunstschwarm – der „künstliche Schwarm“
Für einen Kunstschwarm mit Gitterboden oder seitlicher Belüftung werden 2-3 kg Bienen von verschiedenen Völkern zusammengeschlagen oder -gebürstet, am einfachsten beim Abernten der Honigwaben. Aufpassen: Keine Königin mitnehmen! Nach 1-2 Stunden Weisellosigkeit hängt man die begattete Königin in einer Zusetzkäfig (mit Futterteig verschlossen, ohne Begleitbienen) am Deckel ein. Am besten steht der Kunstschwarm für zwei Tage kühl und dunkel (15-17°C), wird mit einer Futterdose mit Zuckerlösung im Verhältnis 1:1 versorgt, damit die Bienen den Geruch der neuen Königin aufnehmen und sie akzeptieren. Am dritten Tag kommen die Bienen samt Deckel oder über das Rahmenbrett in eine Beute mit ausgebauten Waben (pro Kilogramm Bienen etwa 3 Mittelwände, 5 ausgebaute Futterwaben). Nach einer Woche überprüft man vorsichtig die Eilage, füttert weiter, bis ausreichend Vorrat eingetragen ist. Anfangs schwächt sich das Volk durch den Verlust alter Bienen, gewinnt aber nach dem Schlupf der ersten eigenen Brut an Stärke. Je nach Witterung, Legeleistung, Tracht und Zufütterung kann das Volk dann wie beim Ableger weiter ausgebaut werden. Im Spätsommer wird dann wie bei allen Völkern der Platz für die Wintertraube angepasst und je nach Vorrat und Volksstärke eingewintert. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
aus der Zeitschrift Včelařství
Dana Belušová, Imkerverein Kladno




































































































































































































