Zusatzfütterung – Warum sind pollenhaltige Ergänzungen so wichtig?

Besonders gefährlich ist Mangelernährung bei den Bienen im zeitigen Frühjahr, da gerade diese Frühjahrsperiode die ergiebigste Zeit für Nektar- und Pollenvorräte ist, in der nahezu alle Pflanzen blühen. Ein Verlust an nötigen Vorräten in solch sensiblen Phasen kann später kaum ausgeglichen werden. Daher sollten Bienen auf jeden Fall über ausreichende Reserven an Honig sowie insbesondere auch an Pollen verfügen. So ermöglicht man dem Bienenvolk ein starkes, natürliches Frühjahrswachstum und sorgt für eine optimale Vorbereitung auf die anstehenden Raps- und Frühlingstrachtperioden.

Zucker allein reicht nicht – vergessen Sie den Pollen nicht!

Es ist große Vorsicht geboten: Hungerschäden im Bienenvolk entstehen nicht nur bei Mangel an Zuckervorräten. Leider vergessen viele Imker gerade im Frühjahr, wie unverzichtbar Pollen für ein gesundes Wachstum des Volkes ist. Bereits Mitte Januar können Königinnen wieder anfangen Eier zu legen, und genau dann steigt erheblich der Bedarf an pollenhaltigem Futter – dieses stellt die Eiweißquelle dar, die jeder wachsende Organismus zwingend benötigt. Falls zu dieser sensiblen Entwicklungsphase nicht genügend Pollen vorhanden ist, gedeiht die Brut weder in guter Qualität noch in ausreichender Menge, und junge Bienen sterben schlimmstenfalls bereits in den Zelten.

Pollen – die unterschätzte Zusatzfütterung

Ist der Winter mild und kurz, kommen die Bienen ohne größere Hilfe zurecht, denn sie verbrauchen dann ihre gesammelten Vorräte. Doch lange, strenge Winter bieten kaum eine Möglichkeit für zusätzliches Sammeln von frischem Pollen. Wenn selbst die tiefsten Pollenvorräte im Stock aufgebraucht sind, entsteht für die neue Brut unverzüglich eine Notsituation. Zwar benötigen ausgewachsene Winterbienen selbst keinen Pollen, doch ihre Nachkommen sind dringend darauf angewiesen. Insbesondere der Einzug oder die Entnahme von frischen Pollenvorräten während der frühen Frühlingsentwicklung des Volkes könnte erhebliche Konsequenzen haben und die nachfolgenden Sommergenerationen stark schwächen.

Ein weiterer negativer Effekt auf das Volk hat die verminderte Kraft der Winterbienen. Diese opfern im Falle eines Pollendefizits ihre eigenen Eiweißreserven, um damit die Brut zu ernähren, wodurch wiederum ihre eigene Lebenserwartung und Leistungskraft erheblich sinkt. Damit kann es später zu Engpässen an kräftigen Sammlerinnen kommen, die für die nächste Pollenernte zuständig wären.

Vorbeugung – das beste Mittel gegen Futtermangel

Die wirksamste Strategie gegen Hungermangel ist immer Vorsorge. Ein verantwortungsbewusster und erfahrener Imker wird so die Gefahr einer Mangelernährung vollständig verhindern können. Zwar könnten Futterknappheiten nachträglich bekämpft werden, aber Bienen beobachten wir leider nicht täglich, was eine frühzeitige Diagnose erschwert. Daher gilt weiterhin: Prävention ist der beste Freund jedes Imkers.

Um die richtigen Vorkehrungen zu treffen, sollten Imker wissen, wie groß die Vorräte sein müssen, damit ein Volk den Winter problemlos übersteht. Sind fünf Gramm, fünf Kilo oder mehr Honig nötig? Natürlich gilt: Je mehr Vorräte den Bienen zur Verfügung stehen, insbesondere in Form von natürlicher Tracht, desto optimaler kann sich die Brut entwickeln. Tatsächlich sammeln Bienen bei ausreichendem Angebot so viel Nahrung ein, bis sämtliche ihnen zugänglichen Lagerplatzkapazitäten gefüllt sind. Das Vorhandensein vieler Vorräte gibt der Königin wiederum Sicherheit genug, um kontinuierlich Eier zu legen. Umgekehrt führen knappe Vorräte und mangelnder Trachtfluss zur verminderten Brutentwicklung und damit zu einer Wachstumsbremse im Bienenstock.

Pollenzusätze: Anreizfütterung gezielt einsetzen

Vorbeugung bedeutet auch gezielte Anreizfütterung – doch wann und womit genau sollte damit begonnen werden? Beeinträchtigt zusätzliches Füttern möglicherweise die Qualität des später geernteten Honigs? Entscheidend ist hier Fingerspitzengefühl: sanft und angemessen gezielt zufüttern. Ganz essentiell dabei sind Kenntnisse über die aktuellen Vorräte an Honig und Pollen, den Bedarf für die Brut, beeinflusst natürlich durch Wetter und momentane Nektarverhältnisse. Unabhängig davon schadet maßvolle Ergänzungsfütterung in kleinen Mengen dem Volk keineswegs.

Fertigprodukte und Ergänzungsfutter für Bienen

Eine bewährte Methode ist heute das Füttern sogenannter Honigzucker- oder Futterteige. Besonders pollenangereicherte Honigzuckerteige sind mittlerweile sehr beliebt bei Imkern, da sie nicht nur die lebenswichtige Zuckerenergie, sondern auch dringend benötigte Eiweißstoffe beinhalten und somit entscheidend zum gesunden und raschen Wachstum der Frühjahrsbrut beitragen können.

Historische Alternativen – Pollenersatzstoffe in der Vergangenheit

Früher praktizierte man teilweise Proteinzugaben in Form von Hefe, die einige Meter vom Bienenstock entfernt aufgestellt wurde. Diese Methode erwies sich jedoch als problematisch, da die Bienen stark verschmutzt und verklebt durch die Hefe wurden. Auch hausgemachte Futtermittel aus Zucker und Zitronensäure (Invertzucker) wurden angenommen, doch ihre heutige Praxis ist deutlich verbessert worden.

Moderne Technologien bieten viel bequemere Lösungen: Fertigprodukte wie hochwertiges Pollenteig-Futter sind weitaus natürlicher als Hefezugaben und industriell hochwertig hergestellte Invertfuttersorten ermöglichen eine schnelle Aufnahme durch die Bienen.

Warum sind Zusätze und hochwertige Futterergänzungen für Bienen überhaupt erforderlich?

Ganz einfach: Reiner Zuckersirup oder invertiertes Futtermittel stellen lediglich eine Energiequelle dar. Sie enthalten keine lebensnotwendigen Eiweiße, Vitamine oder Nährstoffe, ohne die sich kein Organismus gesund und leistungsfähig entwickeln kann – und das trifft ebenfalls auf Bienen zu. Hochwertige Ergänzungsfutter sorgen somit nicht nur für besseres Verdauungsverhalten und kräftigere Bienen, sondern spielen gleichzeitig eine große Rolle bei der Prävention von Krankheiten und Gesunderhaltung des ganzen Bienenbestands.