Maßnahmen zur Schwarmverhinderung
Eine natürliche Eigenschaft der Bienenvölker ist deren Schwarmtrieb. Gerade diese Eigenschaft ist jedoch für die meisten Imker heutzutage unerwünscht.
Das Schwärmen ist genau genommen eine natürliche Methode, wie sich Bienenvölker vermehren. Früher, als die heutigen Imkereitechniken noch nicht so entwickelt waren, wurde diese wesentliche Eigenschaft der Bienen sogar unterstützt, da sie eine einfache Möglichkeit darstellte, die Zahl der gehaltenen Bienenvölker zu erhöhen. Heute gibt es jedoch deutlich praktikablere und vor allem effektivere Möglichkeiten, Bienenvölker zu vermehren. Daher bemühen sich Imker, mit geeigneten Maßnahmen den Schwarmtrieb ihrer Völker möglichst gering zu halten.
Vorbeugende Maßnahmen
Ein typischer Auslöser für das Schwärmen des Bienenvolkes ist Platzmangel im Bienenstock. Wenn die Bienen nicht genügend Raum finden, um ihre Waben auszubauen und Vorräte einzutragen, entsteht schnell der Impuls zum Schwärmen. In der Regel tritt dieses Verhalten in der Periode rund um die Sommersonnenwende besonders häufig auf. Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll, rechtzeitig neue Erweiterungen bzw. zusätzliche Zargen zuzugeben, bevor die Bienen überhaupt bemerken, dass ihnen der Platz knapp wird.
Wenn die Bienen zusätzlich ausreichend beschäftigt sind, denken sie gar nicht erst ans Schwärmen. Entnimmt man also rechtzeitig Honig oder setzt früh genug Zargen auf, in denen die Bienen dann ihre Waben bauen können, reduziert sich die Schwarmgefahr erheblich.
Eine weitere Möglichkeit der Vorbeugung besteht darin, den Bienenvölkern auch leere Rähmchen (neben solchen mit Mittelwänden) anzubieten. Diese werden dann von den Bienen ganz nach Bedarf neu errichtet. Falls die Bienen zum Beispiel Drohnenrahmen bauen und Drohnen aufziehen, wird dadurch überschüssiges Futtersaft-Angebot für die Schwarmzellenbildung verringert, was wiederum den Schwarmtrieb reduzieren kann.
Eine der gängigsten Methoden zur Schwarmvorbeugung ist die Ablegerbildung, die darüber hinaus vielen weiteren zwecken dient. Durch die Bildung eines Ablegers wird dem Ursprungsvolk ein Teil der Bienen entnommen. Dies reduziert zeitweise außerdem die Volksstärke und hemmt das Volk in seiner Schwarmabsicht.
Notfallmaßnahmen gegen das Schwärmen
Wenn sich im Volk bereits Weiselzellen befinden, gibt es normalerweise zwei mögliche Situationen. Als erstes sollte geprüft werden, ob die Königin noch im Volk anwesend ist. Fehlt die ursprüngliche Königin, handelt es sich wahrscheinlich um Nachschaffungszellen, deren Aufgabe es schlichtweg ist, eine neue Königin auf natürliche Weise nachzuziehen. Falls die alte Königin jedoch anwesend ist, handelt es sich um Schwarmzellen – ein Hinweis darauf, dass unsere bisherigen vorbeugenden Maßnahmen nicht ausreichend wirksam waren.
Auch dann lässt sich das Schwärmen oft noch verhindern, es werden aber andere Strategien nötig, da für reine Prävention in diesem Stadium bereits zu spät ist.
Ablegerbildung mit der alten Königin
Diese Methode lässt sich grundsätzlich auch zur Prävention anwenden, wird aber häufiger als Notmaßnahme genutzt. Ihr Vorteil ist, dass sie nach der Kontrolle direkt angewandt werden kann, wenn eindeutig Schwarmzellen gefunden und die alte Königin lokalisiert wurde.
Die gefundene Königin wird dabei aus dem Stammvolk entnommen und gemeinsam mit einer Wabe gedeckelter Brut in eine neue, kleinere Beute (Ablegerkasten oder kleinere Zarge) umgesetzt. Dadurch entsteht ein schwacher Ableger.
Ins verbliebene Ursprungsvolk gibt man entweder eine angezogene und bereits ausgereifte Weiselzelle hinzu (die zum Beispiel mittels Umlarven gewählt wurde und genetisch besonders wertvoll ist), oder man belässt die bereits vorhandenen Schwarmzellen des Volkes.
Der Flugling („Přeleták“)
Diese Methode gilt ebenfalls als kurzfristige Notmaßnahme. Hierbei wird an der ursprünglichen Stelle (Standort des bisherigen Bienenstocks) eine neue Beute aufgestellt, diese enthält lediglich einige ausgebaute Leerwaben, eine Brutwabe, eine Futterwabe und eine gut geeignete, vorzugsweise gezüchtete Weiselzelle. Alle heimkehrenden Flugbienen besetzen nun automatisch die an Stelle des ursprünglichen Standplatzes aufgestellte neue Beute und ziehen darin eine eigene Königin nach.
Der ursprüngliche Bienenstock (mit alter Königin und Restbienen) wird etwas abseits neben den bisherigen Standort platziert. Dieses Bienenvolk wird nun stark geschwächt sein und typischerweise vorhandene Weiselzellen abbrechen. Da das restliche Bienenvolk zunächst keine heimkehrenden Flugbienen zur Verfügung hat, muss darauf geachtet werden, dass genügend Futtervorräte vorhanden sind, bis neue Flugbienen heranreifen.




































































































































































































