Feinde der Bienen
Fast jedes Lebewesen auf der Welt hat natürliche Feinde oder zumindest Parasiten. Sicherlich freut sich niemand unter uns, wenn man bei einer Kontrollinspektion am Bienenstand feststellt, dass die ganzjährige Arbeit mit den Bienen durch irgendeinen Schädling zunichte gemacht wurde. Allerdings lässt sich dem vorbeugen – werfen wir also einen genauen Blick darauf, wie man die Bienenvölker gegen Schädlinge schützen kann.
Versteckter Feind: Wachsmotten
Wie bei den meisten Insektenschädlingen stellen auch die Wachsmotten an sich zunächst kein großes Problem dar. Das eigentliche Problem sind deren Nachkommen, ganz gleich ob es sich um die kleinere Wachsmotte oder um die große Wachsmotte handelt. Ihre Raupen fügen den Waben erhebliche Schäden zu und richten dabei wahren Schaden an: Sie fressen sich durch die Waben, zerstören dabei das Bauwerk selbst sowie die darin befindliche Brut und die Vorräte. Hauptnahrungsquelle der Wachsmottenlarven ist das Wachs aus den Waben. Aber auch Exkremente, die sich innerhalb der Wabenzellen befinden, verschmähen sie nicht.
Allerdings hat diese gefräßige Tätigkeit auch eine positive Seite: Die Wachsmotten lassen sich leicht entlarven, denn sie hinterlassen typische Gespinste der Larven. Die Larven der kleineren Wachsmotte finden Sie meist nahe an Wachsmittelwänden sowie am Zellboden. Die Larven der großen Wachsmotte dagegen sind deutlich mobiler und fressen sich praktisch überall im Bienenstock hindurch. Ihre Gespinstrückstände findet man dabei häufig in und auf ganzen Wabenbereichen. Besonders im Frühjahr entdeckt der Imker diese Gespinste schnell an beschädigten Waben.
Die einfachste vorbeugende Methode ist es, die Lagerbedingungen der Waben kühl zu halten (unter 10 °C). Alternativ sollten Waben regelmäßig mithilfe einer Schwefellampe und Schwefelstreifen behandelt werden.
Offensichtlicher Feind: Wespen
Auch wenn es leicht vorkommen kann, dass man eine fliegende Biene mit einer Wespe verwechselt, handelt es sich um deutlich unterschiedliche Insekten – sowohl optisch als auch hinsichtlich ihres Verhaltens.
Die Gefahr durch Wespen und Hornissen liegt in ihrer räuberischen Lebensweise. Während unsere „friedlichen und fleißigen Farmer-Bienen“ hauptsächlich Nektar und Pollen sammeln, ernähren sich Wespen vor allem von totem Insektenmaterial und süßen, saftigen Früchten. Vor allem aber machen sich Wespen gerne an die Honig- und Zuckervorräte der Bienen heran.
Ein großer Vorteil der Wespen ist ihre Schnelligkeit und Wendigkeit beim Fliegen im offenen Raum. Dadurch sind sie Bienen klar überlegen. Sind Bienenvölker geschwächt, können Wespen durchaus bis in die Beuten eindringen. Vor allem schwache Bienenvölker, Ableger und Jungvölker sind dabei akut gefährdet. Bei vermehrtem Auftreten von Wespen kann sich der Flugbetrieb und die Sammeltätigkeit der Bienen erheblich verlangsamen oder sogar völlig einstellen.
Dann liegt es am Imker, die Wespenzahl nahe der Bienenvölker zu reduzieren und dem eigenen Bestand die Chance zur Erholung zu geben. Die einfachste Bestandsregulierung geschieht mit Wespenfallen, etwa in Form einer PET-Flasche mit schmalem Hals, die mit einer Mischung aus Zuckerwasser und Fruchtsaft oder Bier gefüllt ist. Der duftende Lockstoff zieht Wespen schnell in die Falle, wo diese schließlich ertrinken. Für Bienen entsteht keine Gefahr, da diese nach Blütennektar und Honigtau suchen und diese Fallen meiden. Sobald die Flasche voll ist, sollte man sie ausspülen und anschließend wieder neu aufstellen.
Hornissen zählen zu den größeren Verwandten der Wespen. Entgegen vieler Vorurteile handelt es sich dabei eher um ruhige und friedliche Tiere, die meist nur im Rahmen der Nestverteidigung angreifen würden.
Winterfeinde: Nagetiere und Spitzmäuse
Wespen sind im Frühling, Sommer und Herbst lästig – im Winter gehen vom Maus- und Spitzmausbestand Gefahren aus. Währen der Bienenaktivität im Laufe des Jahres wagen Nagetiere meist keinen Angriff, denn die Bienen verteidigen zuverlässig ihre Fluglöcher. Gefährdet ist das Volk vor allem im Winter, wenn die hungrigen Nagetiere in den warmen Stock eindringen, um sich an den Vorräten sowie abgestorbenen Bienen zu vergreifen. Letztere sind übrigens eine Spezialität der Spitzmaus, wodurch man ihre Anwesenheit klar feststellen kann.
Das böse Erwachen folgt oft erst im Frühling, wenn aus der winterlichen Vermutung traurige Gewissheit wird. Das Bienenvolk ist geschwächt oder zerstört, die Waben sind beschädigt. Manchmal gelingt es Bienen, Eindringlinge zu töten, was aber wiederum eine Gefahr durch verwesende Tiere im Stock bedeutet.
Als vorbeugende Maßnahme sollte der Imker zur kalten Jahreszeit das Flugloch begrenzen, sodass es maximal 6 mm hoch ist. Dieses geringe Maß lässt Bienen dennoch bequem ins Freie, verweigert jedoch Schadnagern und Spitzmäusen den Zugang.
Man kann alternativ Fallen einsetzen, allerdings weiß man nie genau, welche Tiere darin gefangen werden, weshalb deren Einsatz ethisch grenzwertig ist. Insbesondere Spitzmäuse dürften aufgrund ihres gesetzlichen Schutzes niemals geschädigt werden. Auch für Kinder und Haustiere besteht Verletzungsgefahr. Es empfiehlt sich daher, die Fluglöcher klein zu halten und auf die natürliche Abwehrkraft gesunder Bienenvölker zu vertrauen.
Weitere Gefahren
Ein weiteres häufig auftauchendes Problem sind Ameisen. Im Bienenstock können diese erheblichen Schaden anrichten, indem sie gemeinschaftlich gegen Bienen vorgehen und zudem gerne Nester in den Styroporteilen einzelner Bienenbeuten bauen, von wo aus sie die Vorräte der Bienen räuberisch angreifen. Bei einzelnen eindringenden Ameisen sind die Bienen ausreichend wehrhaft, bei nahegelegenem Ameisenbau ist jedoch Vorsicht geboten. Die beste Möglichkeit für den Imker ist dann, seine Bienenstöcke umzusetzen oder zumindest vor den Ameisen durch eine einfache, aber effektive Methode zu schützen: Indem die Standbeine der „Biennenkisten“ in Behälter mit Öl oder Diesel gestellt werden, entsteht ein unüberwindbarer Schutzgraben für die Ameisen. Manche Ameisenarten, die tatsächlich lebendige Brücken bilden könnten, leben allerdings nur auf der Südhalbkugel.
Zerstören Sie keinesfalls Ameisennester, das ist nicht nur verboten, sondern auch nicht ungefährlich und äußerst mühsam, denn diese reichen oft tief in den Boden hinein. Schützen Sie stattdessen lieber direkt Ihre Bienenstöcke.




































































































































































































