Fütterung der Bienenvölker
Imker füttern ihre Bienenvölker grundsätzlich nur in zwei Fällen, ansonsten sind die Bienen selbstständig und sorgen eigenständig für ihren Nahrungsvorrat.
Eine notwendige Auffütterung der Bienenvölker erfolgt im Herbst zur Vorbereitung auf den Winter, da den Bienen im Laufe des Jahres fast alle natürlichen Vorräte bei der Honigernte entnommen worden sind. Zusätzlich kann es gelegentlich erforderlich sein, im Laufe der Saison die Bienen ergänzend zu füttern, beispielsweise bei der Bildung neuer Ableger, bei Krankheiten und in ähnlichen Situationen.
Zusatzfütterung
Die Zusatzfütterung ist ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Bildung neuer Ableger (Jungvölker) und erleichtert den Bienen den Aufbau und die Entwicklung ihres Wabenwerks durch zusätzlichen Nahrungseintrag.
Häufig eingesetzt wird hierbei eine Zuckerlösung im Verhältnis 1:1, bestehend aus gleichen Gewichtsteilen Wasser und Zucker. Ebenfalls häufig Verwendung findet Futterteig aus Honig und Zucker ("Futterteig").
Honig-Zucker-Futterteig
Dieser Futterteig besitzt eine pastöse Konsistenz und wird zur Zusatzfütterung der Bienenvölker verwendet. Die Zusammensetzung unterscheidet sich je nachdem, ob der Teig für den sofortigen Verbrauch bestimmt ist oder länger haltbar sein soll.
Benötigt man einen länger haltbaren Teig, stellt man diesen aus Puderzucker und Honig im Gewichtsverhältnis 3:1 (Puderzucker:Honig) her. Die optimale Verarbeitungstemperatur für diesen Teig liegt bei etwa 45 °C.
Soll der Futterteig dagegen unmittelbar verfüttert werden, gibt man zu derselben Mischung aus Puderzucker und Honig (3:1) zusätzlich ungefähr 0,2 Teile Wasser hinzu. Die Masse wird ebenfalls zunächst erwärmt. Durch die Zugabe von Wasser lässt sich der Teig leichter kneten, ist jedoch nicht mehr länger lagerfähig.
Einfütterung für die Überwinterung
Unter Einfütterung versteht man, den Bienen ausreichend Futtervorräte zur Verfügung zu stellen, damit sie problemlos die Winterzeit überstehen.
Eine mögliche Methode der Einfütterung ist, bestimmte Honigvorräte im Stock zu belassen und nicht alle Waben vollständig schleudern. Nachteil dieser Methode ist der Verlust eines Teils der Honigernte, vorteilhaft hingegen, dass Imker sich im weiteren Winterverlauf nicht mehr um das Füttern kümmern müssen.
Falls der gesamte Honig entnommen wurde, ist es erforderlich, Ersatzvorräte künstlich bereitzustellen. Oftmals verwenden Imker hierzu eine konzentriertere Zuckerlösung im Gewichtsverhältnis 3:2 (Zucker : Wasser). Zucker wird dabei in beinahe kochendes Wasser eingerührt. Man kann die Lösung in einem Behälter ansetzen und diese entweder manuell mit einem Kochlöffel oder mithilfe eines Rührers in Kombination mit einer Bohrmaschine mischen. Ebenso ist es möglich, bei nicht kochendem Wasser sogar mit einer speziellen Pumpe ("Schmutzwasserpumpe") zu mischen.
Bienenfütterer (Futtergeschirre)
Es gibt verschiedene Methoden, Bienenvölkern Futter zu verabreichen. Eine Möglichkeit ist der Einsatz von großvolumigen Fütterern (Behältern).
Ein großvolumiger Fütterer besteht in der Regel aus einem Behälter mit einem Fassungsvermögen von einigen Litern, der entweder in den Unterboden oder in einer leer aufgesetzten Zarge (Aufsatzkasten) oberhalb des Bienenvolkes platziert wird. Beim Einfüllen der Zuckerlösung ist ein Schwimmkörper erforderlich, um ein Ertrinken der Bienen zu verhindern. Für diesen Zweck eignen sich Materialien wie Stroh, Holzstöckchen, Luftpolsterfolie, Korken, Tannenzapfen und vieles mehr. Vorteil dieser Methode ist der geringere Arbeitsaufwand durch weniger häufiges Nachfüllen, nachteilig ist aber die verminderte Abnahme durch die Bienen bei kühleren Temperaturen.
Eine weitere Fütterungsmethode stellt die sogenannte Lochdeckelflasche ("Futterglas") dar. Dabei wird ein Glas mit einem Volumen von ca. 3,5 Litern mit einem speziellen gelochten Deckel („Lochdeckel“) versehen und ausschließlich mit Zuckerwasser gefüllt. Anschließend stellt man das Glas kopfüber auf die Oberträger der obersten Zarge. Bei schwachem Bienenflug empfiehlt es sich, mindestens vier Gläser pro Volk zu verwenden.
Gerne genutzt werden auch sogenannte Taschen- bzw. Rähmchenfütterer. Diese haben die Größe eines Normalmaß‐Rähmchens und nehmen meist den Platz von etwa zwei Rähmchen an einer Seite des Bienenstocks ein. Sie sind in verschiedenen Volumen erhältlich. Nachteilig ist, dass diese Fütterer sorgfältig konstruiert werden müssen, um zu verhindern, dass Bienen darin Waben bauen oder darin ertrinken.




































































































































































































