Honig ist nicht gleich Honig

Auch wenn in der Tschechischen Republik die Honignachfrage noch vergleichbar gering ist, entwickelt sich die Imkerei immer mehr zu einem beliebten Wirtschaftszweig. Honig heimischer Imker überzeugt insbesondere durch seine Natürlichkeit und seine ausgezeichneten Eigenschaften, die bei regelmäßigem Genuss zur Geltung kommen. Heutzutage unterscheiden wir eine Vielzahl verschiedener Honigarten, deren Eigenschaften in Geschmack, Aroma, Konsistenz sowie Farbe variieren können. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Geschwindigkeit der Kristallisation. So lässt sich zum Beispiel beobachten, dass Honig direkt vom Imker wesentlich stärker und schneller kristallisiert als handelsüblicher Honig aus Supermärkten. Dies stellt jedoch keine Qualitätsminderung dar, sondern ist ein klarer Hinweis darauf, dass der Honig nicht chemisch behandelt wurde. Die Verarbeitung des Honigs beim Imker beginnt mit dem Sieben über grobe und später feinere Siebe. Danach folgt die sogenannte Klärung, bei der Luftblasen, Wachspartikel und Pollen an die Oberfläche steigen. Durch den Einsatz spezieller Hilfsmittel wie des Polyamid-Siebs „UHELON“ oder von Stofffiltern können Imker die optischen Eigenschaften ihres Produktes verbessern. So wird verhindert, dass im Honig feinste, für das bloße Auge kaum wahrnehmbare Feststoffe verbleiben, die eine schnelle und ungleichmäßige Kristallisation oder eine leichte Eintrübung bewirken können. Diese Hilfsmittel verändern weder Geschmack noch Qualität des naturbelassenen Honigs, helfen jedoch, ein klares und länger flüssiges Produkt zu gewährleisten.

Supermarkthonig besitzt geringere Qualität

Es liegt auf der Hand, dass zwischen Honig direkt vom Imker und im Supermarkt gekauften Produkten erhebliche Qualitätsunterschiede bestehen. Supermarkthonig ist in der Regel klar, beinahe ohne Kristallisation und meistens zu deutlich niedrigeren Preisen erhältlich. Daraus lässt sich schließen, dass seine Qualität oft niedriger ist. Denn rasches Kristallisieren ist ein natürlicher Prozess, dessen Abwesenheit beim Flüssighonig auf mögliche Verarbeitungen hindeutet. Darüber hinaus wird Supermarkthonig häufig zusätzlich verarbeitet und gelegentlich mit künstlichen Zusätzen wie zum Beispiel Maissirup gestreckt, was sich negativ auf seine Qualität, aber positiv auf die Preispolitik auswirkt. Unter den vielen Honigarten gehört insbesondere der dunkle Waldhonig (Honigtauhonig, Honig aus Honigtau) dank seines besonderen Geschmacks zu den beliebtesten Sorten. Ein besonders gesunder Honig wiederum ist der helle Blütenhonig. Industriell produzierter, für Supermärkte bestimmter Honig wird häufig erhitzt und aus verschiedenen Honigen gemischt. Eine solche Wärmebehandlung zerlegt leider einige der wertvollen natürlichen Bestandteile, reduziert die biologischen Eigenschaften und vereinheitlicht merklich den Geschmack. Am Ende des 20. Jahrhunderts entwickelten sich zudem hoch entwickelte Filtrationstechnologien, wie etwa die Ultrafiltration. Dabei werden fast alle kleinsten natürlichen Partikel und Honigbestandteile entfernt, indem der Honig durch Filter mit Maschenöffnungen kleiner als zehn Mikrometer gepresst wird. Problematisch daran ist, dass mit diesen Partikeln auch alle Hinweise auf Herkunft, Pflanzenart und Bienenstandort des Honigs verloren gehen. Durch anschließende Weiterverarbeitung unterscheidet sich dieser veränderte Honig geschmacklich stark vom ursprünglich naturbelassenen Honig der Imker.

Kaufen Sie Ihren Honig lieber direkt beim Imker

Wenn Sie Honig lieben und die Möglichkeit dazu haben, empfiehlt es sich, diesen stets unmittelbar von heimischen Imkern zu erwerben. Die Wahrscheinlichkeit, hier verarbeiteten oder durch Ultrafiltration behandelten Honig zu kaufen, ist äußerst gering. Dabei erhalten Sie auch präzise Informationen über die Herkunftsregion sowie die genutzten Pflanzenarten für den Honigertrag. Denn naturbelassener Honig vom Imker bewahrt seine wertvollen, gesundheitlich wichtigen Eigenschaften und bietet Ihnen so stets bessere Qualität als industriell bearbeiteter Supermarkthonig. Qualitativ hochwertiger Honig enthält keine Zusätze und weist einen Wassergehalt von höchstens 20 % auf.

Interessantes aus der Welt der Bienen, was Sie vielleicht noch nicht wissen

Wenn Sie sich näher für die Imkerei und das Leben der Bienen interessieren, stoßen Sie schnell auf faszinierende Informationen. Eine davon betrifft beispielsweise die Bestäubung: Fremdbestäubende Pflanzen benötigen unbedingt geeignete Bestäuber. Die optimale Ausbildung eines Fruchtstandes erfolgt nämlich nur bei korrekter Bestäubung. Ist diese qualitativ hochwertig, zeigt sich dies unmittelbar an einer besonders reichen Ernte. Denn richtig bestäubte Früchte bilden deutlich mehr Samen und erlangen häufig größere Dimensionen. Besonders wichtig ist dies bei Obstbäumen wie Kirsch-, Apfel- und Birnbäumen sowie Sträuchern wie Stachel- oder Sauerkirschen.

Bienen bevorzugen dieselbe Blütenart

Eine weitere interessante Beobachtung betrifft die treue Blütenwahl der Biene während der Pollensuche. Solange eine Blütenart Nahrung anbietet und blüht, bleibt die Honigbiene ihr treu. Diese einzigartige Eigenschaft der Blütentreue sorgt für eine effektivere sowie qualitativ hochwertigere Bestäubung der Pflanzen und somit für höhere Erträge.