Eigene Königinnen auch in der Hobby-Imkerei
Mit sechzehn Bienenvölkern sehe ich mich immer noch als Hobby-Imker. Dennoch stehe ich jedes Jahr vor der Aufgabe, mehrere Königinnen aus verschiedenen Gründen auszutauschen – sei es wegen ihres Alters, unerwünschter Eigenschaften oder ihrer Leistungsfähigkeit. Jeder Imker hegt insgeheim den Wunsch, eigene Königinnen zu ziehen. So habe ich auch begonnen.
Nach dem Studium von Fachartikeln im Internet und Gesprächen mit erfahrenen Imkern aus meiner Region habe ich nach und nach einen für mich passenden Weg gefunden, eigene Königinnen zu produzieren. Für meinen Bedarf ist diese Methode vollkommen ausreichend. Ich ziehe meine Königinnen aus Notzellen direkt in Ablegern heran, die ich später mittels Zeitungspapierverfahren mit dem Zielvolk vereinige, in dem ich die Königin ersetzen möchte.
Ich imkere in Beuten mit dem Rähmchenmaß 39 x 24. Bei der Königinnenzucht nutze ich ein Absperrgitter. Das Grundprinzip ist wie folgt: Ich entnehme den kompletten Honigraum, in den ich am Vortag einen Zuchtrahmen zur "Beduftung" eingestellt habe, und stelle diesen seitlich auf einen eigenen Boden neben den ursprünglichen Stand. Das mache ich als Erstes und kehre aus dem Brutraum, aus dem offenen Brutbereich, zusätzlich Bienen auf wenigstens zwei Rähmchen in den Honigraum. Achtung auf die Königin! Optimal ist es, wenn ich die Königin mit einem Zeichengerät sichere, damit sie nicht im weisellosen Honigraum landet. Den préparierten Honigraum lasse ich etwa 30 bis 60 Minuten weisellos. Inzwischen larviere ich geeignete Larven in Zellen auf dem Zuchtrahmen um – normalerweise in verdünntes Gelee Royale, klappt aber auch in abgekochtem mit Honig aromatisierten Wasser. Um dies zu erleichtern, schneide ich die Zellen am Rähmchen an, so dass nur die Zellböden mit den Larven bleiben, die sich leichter aufnehmen lassen. Nach dem Umlarven setze ich den Zuchtrahmen wieder mittig in den weisellosen Honigraum an die ursprüngliche Stelle zurück.
Die Bienen spüren die Weisellosigkeit intensiv und nehmen die umgelarvten Larven im Zuchtrahmen bereitwillig an, da sie keine andere Brut mehr im Volk haben. Ich lasse alles über Nacht und kontrolliere am nächsten Tag vorsichtig, wie viele Larven von den Bienen mit Gelee Royale versorgt wurden (siehe Titelbild). Meine Zuchtrahmen enthalten zehn Näpfchen für Königinnenzellen; die Annahme liegt meistens bei sechs bis sieben Zellen pro Versuch – für meine Zwecke ist das völlig ausreichend. Nach der Annahmekontrolle setze ich den kompletten Honigraum als dritten Brutraum direkt oberhalb des Absperrgitters auf, um die Königinnenzellen möglichst nahe am Brutnest, aber trotzdem sicher vor der Königin zu halten. Bedarf ich weitere Honigräume, kann ich diese problemlos darüber aufsetzen. So wächst das Volk wieder zu einer Einheit zusammen – wie es vor dem Zuchtvorgang war.
Nach etwa zehn Tagen sind die Königinnenzellen schlüpfreif. Ich entnehme sie vorsichtig aus dem Zuchtrahmen und hänge sie im gegenüberliegenden Teil des Bienenhauses in Begattungseinheiten ein – direkt zwischen zwei Rähmchen. Nun überlasse ich alles der Natur. Dieses Verfahren wiederhole ich zwei- bis dreimal im Abstand von rund zwei Wochen. Da nicht alle jungen Königinnen von ihren Begattungsflügen zurückkehren, habe ich so bei eventuellem Ausfall immer noch Reservezellen zur Verfügung.
In diesem Jahr war die zweite Hälfte des Mais für die Königinnen besonders schwierig: Rund vierzehn Tage lang herrschte in unserer Region auf der Böhmisch-Mährischen Höhe Regen und Kälte. Daher wartete ich sehnsüchtig auf besseres Wetter, damit die ausgeschlüpften jungen Königinnen ihre Hochzeitsflüge absolvieren und Jahreinheiten zurückkehren konnten.
Zum Schluss möchte ich anmerken, dass sicherlich auch andere Imker ihre eigene Methode bevorzugen – gerade darin liegt der Reiz am Imkern: Den gleichen Zweck kann man auf verschiedene Weisen erreichen, und jeder findet schließlich für sich den besten Weg, wie auch ich es getan habe. Deshalb danke ich der Zeitschrift "Imkerei", die mit dieser Rubrik wertvolle Einblicke bietet – sei es zum Lernen aus anderer Leute Erfahrung oder einfach als Bestätigung des eigenen Wegs.
Aus der Zeitschrift "Imkerei", Aleš Čivmý.





































































































































































































