Impfstoff gegen die Amerikanische Faulbrut der Bienenbrut
In den USA wurde ein Impfstoff gegen die Amerikanische Faulbrut
von der Firma Dalan Animal Health, Inc. entwickelt und genehmigt. Dieser Impfstoff
wird bereits in diesem Jahr auf amerikanischen Imkereibetrieben angewendet.
Der für Bienen bestimmte Impfstoff hat vom US-Landwirtschaftsministerium
eine vorläufige Lizenz für zwei Jahre erhalten. Sein Ziel ist es, die Bienen
vor der Amerikanischen Faulbrut zu schützen, deren Auslöser das Bakterium
Paenibacillus larvae ist. Zunächst ist das Präparat für kommerzielle
Imkereien erhältlich, die es bereits dieses Jahr kaufen können.
Annette Kleiser, CEO von Dalan Animal Health, sagt: „Unser Impfstoff ist ein Durchbruch im
Bienenschutz. Wir sind bereit, die Bienenpflege zu revolutionieren und so einen Einfluss auf die weltweite
Lebensmittelproduktion zu nehmen.“
Zurzeit gibt es kein Heilmittel gegen die Amerikanische Faulbrut – das stellt in den USA ein ernsthaftes Problem
dar. In einigen Regionen des Landes findet man die Krankheit bereits in einem Viertel der Bienenvölker. Imker sind
gezwungen, infizierte Bienenvölker zu verbrennen und den Bienen Antibiotika zu verabreichen, um eine weitere
Verbreitung der Seuche zu verhindern.
Der Impfstoff enthält abgetötete Zellen des Bakteriums Paenibacillus larvae und wird dem Bienenfutter
beigemischt. Die Bienen verarbeiten ihn in ihr Futtergelee (Gelee Royale).
Geimpfte Königinnen bauen Fragmente des Impfstoffs in ihre Eierstöcke und Eier ein.
Die Larven, die aus den Eiern der geimpften Königinnen schlüpfen, sind ab dem
Zeitpunkt ihrer Geburt gegen die Amerikanische Faulbrut immun. Untersuchungen von
Dalan Animal Health zeigen, dass in immunisierten Völkern die Sterblichkeit
der Brut aufgrund der Faulbrut wesentlich sinkt. Der Impfstoff enthält keine
gentechnisch veränderten Organismen und kann auch im ökologischen
Landbau verwendet werden.
Keith Delaplane, Entomologe an der University of Georgia, der an der Entwicklung
des Impfstoffs mit Dalan Animal Health zusammengearbeitet hat, erklärt:
„Die beste Lösung scheint es zu sein, die Königinnen mit dem Impfstoff
in Futterteig (Honig-Zucker-Teig) zu versorgen, den sie während des
Transports aufnehmen. Königinnenzüchter könnten so ‚vollständig geimpfte
Königinnen‘ anbieten.“
Dank der konsequenten Beseitigung infizierter Bienenvölker
und Verwendung des geeigneten Imkereiequipments ist das Vorkommen der
Amerikanischen Faulbrut hierzulande auf ein Minimum reduziert. Das bedeutet, dass es
unwahrscheinlich ist, dass der Impfstoff in unserem Land weite Verbreitung findet
oder seinen eigentlichen Zweck erfüllen kann. Dennoch betrachtet Dalan Animal Health
diese Impfung als ersten Schritt und plant die Entwicklung weiterer Impfstoffe gegen
Infektionskrankheiten der Bienen, wie zum Beispiel der Europäischen Faulbrut, die durch das
Bakterium Melissococcus plutonius verursacht wird.
In den USA ist die Situation bezüglich Bienenkrankheiten besonders problematisch. Die Bienenvölker sind dort
verschiedenen Erkrankungen ausgesetzt, die erhebliche Schäden anrichten. Damit die Imker der steigenden
Nachfrage nach Bestäubungsdiensten gerecht werden, müssen sie ihre Völker jährlich ersetzen. Der steigende
und saisonale Bedarf an Bestäubungsleistung, etwa bei Mandeln oder Blaubeeren, zwingt Bienenvölker zu
weiträumigen Wanderungen. Das führt zu erheblichem Stress, einseitiger Ernährung auf Monokulturen und einem
erhöhten Risiko der Ausbreitung von Krankheiten. Impfstoffe können diese Probleme zwar nicht lösen,
aber sie können den Druck auf die amerikanischen Bienenvölker verringern.
„Für Imker bedeutet dies einen spannenden Fortschritt, weil wir bislang auf die antibiotische Behandlung
angewiesen sind, die aber ihre Grenzen hat und viel Zeit und Energie erfordert“, sagt Trevor Tauzer,
Inhaber der Firma Tauzer Apiaries und Vorstandsmitglied des California State Beekeepers’ Association.
„Wenn wir die Infektion in unseren Ständen verhindern könnten, würden kostspielige Behandlungen
entfallen und wir könnten uns auf weitere Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Bienen konzentrieren.“
Ing. Dalibor Titěra, Csc. vom Forschungsinstitut für Bienenzucht in Dol
gab zu dieser Neuheit ein Interview für den Tschechischen Rundfunk Radiožurnál.
Der Ansatz, die Amerikanische Faulbrut mit einem Impfstoff zu bekämpfen, stellt
einen echten Durchbruch im Bienenschutz dar. Zwar kann kein Impfstoff bereits klinisch
erkrankte Völker heilen, doch besitzt er großes Potenzial in der Vorbeugung
und im Schutz gesunder Bienenvölker. Es ist wichtig zu beachten, dass der Impfstoff
nur eine Ergänzung zu sorgfältiger Desinfektion und Beseitigung der Infektionsquellen
sein kann – ohne diese grundlegenden Maßnahmen ist er nicht wirksam.
Die Amerikanische Faulbrut kann für Imker regional ein ernsthaftes Problem darstellen,
während sie andernorts kaum verbreitet ist. Ein krankes Volk kann nicht geheilt werden,
sein Zustand verschlechtert sich nach und nach, und schließlich stirbt das gesamte Volk.
In der Zwischenzeit kann es bis zu zwanzig andere Völker anstecken; die Inkubationszeit
der Faulbrut beträgt etwa drei Jahre. Die konsequente Beseitigung von
Infektionsquellen ist seit Jahren eine wichtige Maßnahme, die von der
Staatlichen Veterinäraufsicht durchgeführt wird. Durch diese Maßnahmen konnte
das Vorkommen der Amerikanischen Faulbrut auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten werden.
Trotzdem können Präventivmittel wie der Impfstoff ein weiterer Weg sein, gesunde
Bienenvölker vor Infektionen aus der Umgebung zu schützen.
Quelle: Dalan Animal Health, www.dalan.com, nach dem Magazin „Imkerei“





































































































































































































