Schnelles und unkompliziertes Füttern der Bienenvölker
Im vergangenen Jahr habe ich eine für mich neue Methode der Fütterung von Bienenvölkern ausprobiert. Die Inspiration fand ich auf den Webseiten mehrerer russischer Imker, die diese Vorgehensweise beschreiben. Daher habe ich diese Methode für mich als „russische Methode“ bezeichnet. Vielleicht bin ich nicht der Einzige, der sie hierzulande verwendet. In diesem Fall würde ich mich über weitere Anregungen und Erfahrungen freuen.
Bisher habe ich alle möglichen Methoden zur Fütterung getestet – Gläser mit durchlöcherten Deckeln, gefüllt mit Zuckerlösung oder lediglich Zucker und anschließend Wasser, Eimer mit Blähton, Stroh oder Korkstopfen, Futtertaschen, Futtertröge usw. Es gibt viele Möglichkeiten, aber keine davon hat mich wirklich überzeugt.
Nachdem ich die „russische“ Methode letztes Jahr praktisch erprobt habe, kann ich sagen, dass sie für mich am besten geeignet ist und ich bisher keine Nachteile feststellen konnte. Wie funktioniert sie? Ich beschreibe die Methode für das Winterfüttern. Das Vorgehen ist ähnlich auch beim Zufüttern von Ablegern oder bei der Frühjahrsreizung, nur die Konzentration der Lösung und die Menge unterscheiden sich.
Man stellt eine Zuckerwasser-Lösung in der benötigten Menge und der gewünschten Konzentration her (für den Winter im Verhältnis 3:2). Außerdem wird ein Plastikeimer (z. B. von Primalex) und eine Rolle Müllbeutel in der Größe 60 x 72 cm (schwarze, dünne Folie, kostengünstig erhältlich) benötigt. Man legt einen Müllbeutel in den Eimer und füllt ihn mit der gewünschten Menge der Zuckerlösung. Danach drückt man überschüssige Luft heraus und verknotet die Oberseite des Beutels. Wichtig ist, dass wirklich ganze Luft entfernt ist. Der Knoten wird etwas weiter oben gemacht, nicht direkt am Flüssigkeitsspiegel. Falls er durch Propolis festklebt, kann man ihn durch einen leichten Ruck lösen. Die gebrauchten Beutel entsorgt man am besten getrennt.
Die Anzahl und Größe der Futtergaben ist von jedem Imker individuell nach den eigenen Erfahrungen festzulegen. Ich selbst füttere zum Beispiel 4-5 Mal mit je 3 Litern im Abstand von etwa 3–4 Wochen.
Die Vorteile dieser Methode liegen klar auf der Hand – sie ist einfach, schnell und unkompliziert. Die Bienen ertrinken nicht, es gibt keine Gefahr dafür. Man benötigt keine speziellen Füttereinrichtungen, die gelagert werden müssen. Es läuft kein Zuckersirup aus, der Räuberinnen anlocken würde. Wenn die Bienen aus irgendwelchen Gründen mit der Futteraufnahme zögern, beginnt die Lösung ohne Luftzugang nicht zu gären oder zu verderben. Jedes Mal wird ein neuer Beutel verwendet – hygienischer geht es kaum.
Ich habe diese Methode auch beim Füttern von Ablegern in Begattungskästchen erfolgreich getestet. Dafür habe ich kleinere Frühstücksbeutel aus Folie verwendet, die jeweils 1 Liter Sirup im Verhältnis 1:1 fassen. Einige russische Imker empfehlen, den Beutel nach dem Einlegen z. B. mit einer Nadel zu durchstechen. Meiner Erfahrung nach ist das allerdings nicht nötig. In einem Fall letztes Jahr habe ich aus Versehen einen Beutel beschädigt, sodass die Lösung austrat. Ich habe ihn daraufhin sofort in einen weiteren Ersatzbeutel gesteckt, den ich glücklicherweise dabei hatte. Die Bienen kamen auch mit dieser doppelten Verpackung problemlos zurecht. Gefüllte Beutel lassen sich zum Beispiel in stabilen Kunststoffboxen transportieren.
Auf dem Bienenstand lege ich sie im oberen, leeren Magazin direkt auf die Oberträger der Rähmchen. Sie können den Beutel ruhig auf die Bienen legen – diesen passiert dabei nichts. Nur noch den Deckel schließen, und schon ist es erledigt.
Nach 3 bis 4 Tagen folgt eine angenehme Überraschung: Bei der Kontrolle findet man auf den Oberträgern einen völlig trockenen Beutel, den man einfach herausnehmen kann.
Ing. Jiří Tuza – Vorsitzender des 20. Imkervereins, Příbor,





































































































































































































