Wie überwintert man ertragsstarke Bienenvölker effizient – unabhängig vom Rähmchenmaß?

Für jeden Imker ist in der kommenden Wintersaison eine sorgfältige Planung und Pflege der Bienenvölker unerlässlich – besonders, wenn verschiedene Beutenmaße genutzt werden. Aufgrund aktueller Diskussionen zum Thema Eurodadant möchte ich meine umfassenden Erfahrungen beim Überwintern verschiedener Beutenmaße weitergeben.

Von Optimal bis Eurodadant: Anpassung in der Praxis

Seit 1981 imkere ich mit dem Optimalmaß 42 x 17 cm. In zwei Zargen konnte ich sogar Rähmchen mit 42 x 30 cm unterbringen. Mein Schwiegervater, Dr. Václav Kučera, setzte Beuten mit 30 x 31 cm ein, jeweils für acht Rähmchen, mit besonders massiven Wänden für mehr Stabilität. Diese hohen Beuten waren jedoch im Alltag schwierig zu handhaben.

Später führten wir dreistöckige Beuten für das rückenschonende Arbeiten ein, im Maß 42 x 35 cm, mit 14 Waben pro Zarge und einem 14 cm hohen Boden. Unsere Beobachtungen zeigten, dass Völker mit nur einem einzigen Brutraum 42 x 35 (ähnlich wie ein Eurodadant 39 x 30) oft vollständig mit Honigtau gefüllt waren, der im Winter schlecht geeignete war. Dies erschwerte die Imkerei deutlich.

Effizientes Überwintern in modernen Beuten

Dr. Kučera schaffte deshalb große Beuten mit elf Waben im Kaltbau an, die um drei Warmbauwaben ergänzt werden konnten. Das Handling wurde so einfacher. Die Überwinterung erfolgte in zwei hohen Zargen, der hohe Bodenraum sorgte für Isolierung. Im Frühjahr wechselten die Völker in die dritte Zarge, die Königin begann im Brutraum zu legen und die Bienen bauten zusätzliche Waben im Bodenraum aus. Mit Reservevölkern auf elf Waben 42 x 35 konnten etwaige Verluste gut ausgeglichen und verdeckelte Brut in den oberen Bereich der Beute gehängt werden, um die Volksentwicklung zu optimieren.

Moderne Imkerei und flexible Systeme

In Střelice bei Brünn arbeitete ich zuerst mit Optimalbeuten, die ich später in den Mendel’schen Bienenstand brachte. Dort zeigte ich die Vielfalt der Beutentypen – von Langstroth-, Optimal- bis zu Zargenbeuten im Maß 39 x 24 mit elf Rähmchen.

Früher wurden Bienenvölker im Winter gewöhnlich im Brutraum auf sieben Rähmchen eingeengt und erhielten Futtergaben von 10 bis 12 kg. Mit größerem Beutenraum und ausreichender Vorratsfütterung konnten sich die Völker zur Haupttracht auf den Honigraum mit insgesamt 2 x 100 dm² Waben ausdehnen.

Eine gelungene Überwinterung ist die Grundlage für Erfolg im kommenden Imkerjahr. Unabhängig vom Beutenmaß sind individuelle Anpassung sowie sorgfältige Pflege der Schlüssel zu kräftigen, gesunden Völkern.

Optimiertes Überwintern von Bienenvölkern:
Die erfolgreiche Methode von C. L. Farrar

Bereits 1968 bewies der amerikanische Imker C. L. Farrar, dass Völker, die über den Winter in ausreichend großen Beuten mit genügend Vorräten gehalten werden, in Sommerstärke überwintern und optimal ins neue Jahr starten. Diese Methode wurde im Arbeitskreis der Magazinimker erfolgreich erprobt und findet immer mehr Anhänger. Gerne stelle ich Ihnen vor, wie wir diese Strategie heute umsetzen.

Das Prinzip: Viel Raum für das ganze Volk

Der Kern der Methode ist, dass die Völker im Spätsommer so viel Raum erhalten, wie sie mit Bienen besetzen – mindestens zwei große Langstrothbeuten, vier Optimalzargen oder zwei bis drei Adamczak-Zargen (optimalerweise mit guter Isolierung). Mein Berufskollege Dr. Vladimír Potůček gibt pro Volk mindestens 24 kg Futter; ich selbst bis zu 30 kg oder lasse sogar auf Winterhonig überwintern. Farrar fütterte teilweise bis zu 36 kg Honig. Auch die Versorgung mit ausreichend Pollenreserven ist wichtig – wie die sieben pollenreichen Langstrothwaben in unserem Lehrbienenstand bei Mendel zeigen.

Gesundheit erhalten und Schwarmtrieb vorbeugen

Ein weiterer Faktor ist der ausreichende Raum im Frühjahr: Haben die Völker ab Mitte bis Ende April Zugang zu etwa 400 dm² Wabenfläche, minimiert das das Schwarmrisiko und verhindert ungeplante Königinnenwechsel. Nach Brenner (1969) entstehen schwarmwillige Bienen nur dann, wenn in einem Zeitraum von drei Wochen alles Brut schlüpft und die Beute überfüllt ist. Dennoch: Das beste Raumangebot ersetzt niemals die aufmerksame Kontrolle und rechtzeitige Eingriffe des Imkers.

Erfahrungen und Praxisbeispiele

Kollege Ing. Petr Sadovský imkerte erfolgreich mit fünf Adamczak-Zargen während der Honigernte. Auch ich konnte wiederholt beobachten, dass die Überwinterung im „Sommerraum“ den Bienen außerordentlich gut bekommt.

Dieses Konzept zeigt eindrucksvoll, wie leistungsstarke Bienenvölker entstehen, wenn Sie Bedingungen schaffen, welche das biologische Verhalten optimal unterstützen. Die Methode von C. L. Farrar hat sich als nachhaltig und effektiv für gesunde Völker, auch bei schwierigsten Winterverhältnissen, erwiesen.

aus der Zeitschrift Imkerei, Dr. Vladimír Potůček und Dr. Vladimír Ptáček