Rationalisierung nimmt in der modernen Imkerei eine Schlüsselrolle ein

Ziel einer erfolgreichen Rationalisierung ist es, eine Produktionseinheit bei minimalem Aufwand an Zeit und Kosten zu erwirtschaften und gleichzeitig das Beste aus den Imkerei-Produkten herauszuholen. Während sich Rationalisierungsbemühungen früher häufig auf technische Innovationen wie Honigschleudern konzentriert haben, liegt der heute ganzheitliche Ansatz darin, jeden Bereich des Imkereibetriebes als Teil eines vernetzten Systems zu sehen und effizient zu gestalten. Im praktischen Imkereialltag können beispielsweise folgende zentrale Bereiche unterschieden werden:

• Zeiteinsatz für die Betreuung der Bienenvölker am Stand;
• Zeit für imkerliche Arbeiten außerhalb des Bienenstandes;
• Honig- und Wachsgewinnung sowie weitere Bienenprodukte;
• Prävention und Bekämpfung von Bienenkrankheiten;
• Wanderimkerei und Standortwechsel der Völker;
• Abfüllung und Vermarktung der Produkte;
• und bei größeren, auf Wirtschaftlichkeit basierten Betrieben: effektive Nutzung des Personals auch außerhalb der Hochsaison.

Bearbeitungszeit am Bienenstand

Der Imker sollte eine Arbeitsweise anstreben, bei der Fehler aus vorherigen Eingriffen vermieden werden und das Bienenvolk immer bestmöglich auf die nächste geplante Kontrolle vorbereitet wird.

Der Zeitaufwand für die Betreuung hängt stark vom Beutensystem, der angewandten Betriebsweise und dem Wissen des Imkers ab. Während in der traditionellen Imkerei vor Jahrzehnten für ein Volk noch 4 bis 5 Arbeitsstunden jährlich veranschlagt wurden, gelingt es heute fortschrittlichen Imkern, den Aufwand auf 1 bis 2 Stunden pro Volk und Jahr zu reduzieren – ohne dabei die Honigentnahme einzurechnen. Das setzt eine übersichtliche und unkomplizierte Durchsicht, also hervorragend organisierte Arbeitsgänge und einen passenden Beutentyp voraus.

Als besonders produktiv haben sich Magazinbeuten bewährt. Sie ermöglichen dank ihrer Bauart, Arbeitsabläufe zu straffen und die Völkerführung zu vereinfachen. Weltweit setzen professionelle Imkereien zudem häufig auf den Dadant- oder ähnliche Großraumbeuten (oft mit unterschiedlichen Wabenmaßen für Brut- und Honigraum). Die logistischen Vorteile überwiegen: Starke Wirtschaften, wenig Eingriffe, leistungsstarke Honigräume – mit mechanisierter Schleuderung und rationeller Ernte. Ein Beispiel dokumentiert auf DVD: Ein französischer Berufsimker bewirtschaftete 500 bis 600 Völker allein und benötigte Hilfe lediglich zur Zeit der Sonnenblumenernte und der Wintervorbereitung.

Die Ansprüche an Beuten im Sinne der Rationalisierung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
• Großes Brut- und Lagerraumvolumen mit Erweiterungsmöglichkeit nach oben, geeignet für starke Völker;
• Minimaler Zeitaufwand bei Durchsichten, optimal umgesetzt in modularen, aufeinandersetzbaren Magazinbeuten;
• Kompakte, quaderförmige Außenmaße für gute Transport- und Maschinenfähigkeit, besonders bei Wanderimkerei;
• Material muss frei von Schadstoffen und Staub sein – relevant für Honigqualität;
• Hochstellbare Fluglöcher mit integriertem Schutz gegen Nagetiere und flexible Belüftung;
• Mechanisch stabile Rähmchenkonstruktion für maschinelle Bearbeitung und einfaches Reinigen/Desinfizieren;
• Möglichst unkomplizierte Desinfektion aller Komponenten garantiert.

Arbeiten außerhalb des Bienenstandes
Zu den zeitintensivsten Aufgaben zählen die Rähmchenvorbereitung, das Spannen von Draht und das Einziehen von Mittelwänden. Großen Effizienzgewinn bringen Edelstahldrähte und das Ausschmelzen von Wachs ohne Ausbau des Drahts. Beim Kochen im heißen Wasserbad werden zudem Krankheitsherde effektiv beseitigt. Gut gereinigte Rähmchen erfordern danach nur das Nachspannen des Drahts und erlauben das schnelle Einlöten der Mittelwände – eine enorme Zeitersparnis.

Ob Beutenbau, Völkerführung oder die Verarbeitung von Bienenprodukten: Nahezu jeder Bereich in der Imkerei bietet Optionen für Verbesserungen im Sinne höherer Produktivität.

Aus der Zeitschrift „Včelařství“, Dr. Ing. František Kamler, Direktor des Bienenforschungsinstituts Dol