November – höchste Zeit, die Bienenvölker vor Schädlingen zu schützen
Damit die Bienenvölker ruhig überwintern können, sollten sie im Laufe des Novembers bereits gegen das Eindringen von Schädlingen in die Bienenstöcke gesichert sein. In manchen Jahren wird die Überwinterung der Völker in bestimmten Regionen jedoch negativ durch einen späten Melizitose-Traufluss von Lärchen beeinflusst.
Schutz der Bienenvölker vor Schädlingen
Die wichtigste Regel zur Sicherung der Bienenvölker gegen Ende des Herbsts ist der Schutz der Bienenstöcke vor dem Eindringen von Mäusen. Hausmäuse dringen besonders gerne in die Kästen ein und bauen dort in den Bodenbrettern ihre Nester. Sie haben vor allem dann Gelegenheiten dazu, wenn die nächtlichen Temperaturen unter 10 °C fallen. Die Bienenvölker ziehen sich in solchen Situationen zu einer Wintertraube zusammen, verteidigen nicht mehr die Fluglöcher und die Mäuse versuchen, diese Gelegenheit zu nutzen. Die Bodenbretter sind trocken und die Vorräte leicht erreichbar. Deshalb ist es sehr wichtig, die Fluglöcher mit geeigneten Maßnahmen gegen das Eindringen von Mäusen zu sichern. Häufig wird dafür ein Stück Metall-Absperrgitter eingesetzt – allerdings ist dies nicht immer zuverlässig. Mäuse sind sehr beharrlich und können oft auch durch etwas größere Spalten schlüpfen. Spezielle Fluglochkeile, von denen es verschiedene Varianten im Handel gibt, sichern die Fluglöcher deutlich effektiver.
Neben der Hausmaus versucht häufig auch die Spitzmaus (gemeiner Spitzmaus) in den Stock zu gelangen. Ihren Besuch erkennt man eindeutig an zerbissenen Bienenkörpern auf dem Bodenbrett. Sie nagt die Brustmuskulatur der Bienen heraus und hinterlässt die ausgehöhlten Thoraxreste. Die Spitzmaus baut sich allerdings kein Nest in den Bodenbrettern und ihr Aufenthalt ist daher nicht so schädigend wie der von Mäusen. Sie ernährt sich bevorzugt von toten Bienen am Boden des Stockes. Aus Erfahrung weiß ich, dass sie bereits durch Spalten mit einer Höhe von 8 mm in den Stock gelangen kann.
Aktuelle Überwinterungsbedingungen für Bienenvölker
Nach einem Sommer mit mancherorts geringer Tracht bestanden Hoffnungen, dass vielleicht noch eine späte Tracht einsetzt. Leider geschah dies tatsächlich. In der letzten Augustwoche und in der ersten Hälfte des Septembers brachten die Völker täglich bis zu 1,5 kg Melizitose von Lärchen ein. Die größte Gefahr der Melizitose liegt in ihrer schnellen Kristallisation und in der Tatsache, dass Bienen das im Honig enthaltene Trisaccharid Melizitose nicht verdauen können. Die Reaktion des Imkers auf diesen späten Trachtfluss kann unterschiedlich ausfallen. Oft dauert es, bis der Imker erkennt, dass es sich um Melizitose handelt – meist will man dies zunächst nicht wahrhaben. Anschließend verfolgt man die Wettervorhersage und hofft auf baldigen Regen, der die Tracht beendet. Das Ende der Tracht kam jedoch erst Mitte September. Die Folgen sollten aber nicht katastrophal sein.
Dieses Jahr lagerten die Bienen die eingetragene Melizitose in die freien Zellen der Waben möglichst nahe am Winterzentrum – zuerst im Brutraum, dann in die Honigräume und ggf. auch in einen untergesetzten Leerzargen. Sehr oft mischten sie Melizitose auch unter die Zuckervorräte. Im Brutraum wurden die nach dem Schlupf leeren Zellen sofort wieder gefüllt. Nach der Kristallisation nagten die Arbeiterinnen die Melizitose heraus und lagerten erneut frische Melizitose ein.
Es zeigt sich, dass es sinnvoll ist, den Völkern ausreichend Platz zum Einlagern der Melizitose zu bieten – sowohl bei bereits vollständig als auch bei teilweise eingefütterten Völkern oder bei Jungvölkern. Das Aufsetzen von Zargen mit ausgebaute Waben lohnt sich in allen genannten Fällen.
Jetzt ist entscheidend, wie die Bienenvölker ihren Winterplatz für die Wintertraube organisieren und ob sie während der Wintermonate beim Vorratswechsel verschieden starke Melizitose-Ringe überwinden können. Eine weihnachtliche Erwärmung mit einem möglichen Reinigungsflug würde den Völkern deutlich helfen, die durch diese späte Tracht erschwerten Bedingungen der Überwinterung zu überstehen.
Im Auftrag des Imker-Fachmagazins
Ing. Pavel Cimala,
Züchter der Carnica-Königinnen Cimala





































































































































































































