Desinfektion
Die Desinfektion spielt im Kampf gegen Krankheiten eine entscheidende Rolle als abschließende Maßnahme, gleichzeitig dient sie aber auch als besonders wichtige Vorsorge.
Desinfektion von Honig- und Zucker-Vorräten
Beginnen wir mit der einfachsten Methode. Zur Desinfektion von Honig- oder Zuckervorräten genügt es, ein Viertel ihres Volumens an Wasser hinzuzugeben, d.h. 250 ml Wasser je Liter Honig. Danach die Mischung gut umrühren und 15 Minuten lang aufkochen.
Desinfektion von Bienenkästen und Rähmchen
Auch wenn Sie eine neue Bienenkiste erworben haben, sollten Sie diese vor dem Einsetzen der Bienenvölker immer gründlich desinfizieren. Aus präventiven Gründen empfiehlt es sich, die Beuten mindestens alle drei Jahre zu reinigen, selbst wenn keine Krankheitssymptome aufgetreten sind. Sollte es zu einer Krankheit kommen, ist die Desinfektion unmittelbar nach der Umsiedlung des betroffenen Volkes verpflichtend.
Vor jeder Desinfektion werden zunächst sämtliche Innen- und Außenwände, das Bodenbrett sowie die Deckel sorgfältig abgeschabt und die so entfernten Substanzen verbrannt. Danach erfolgt zusätzlich eine Hitzebehandlung durch gründliches Abflammen sämtlicher Oberflächen bis zur Braunfärbung. Da dieser Vorgang nicht immer alle Krankheitserreger vernichtet (insbesondere in den Ecken), ergänzen Sie das Abflammen durch eine chemische Desinfektion.
Hier bietet sich beispielsweise eine Laugenlösungen an. Zur Prävention empfiehlt man eine 2%ige Natrium- oder Kaliumlauge, für die Behandlung bei Krankheit eine stärkere 5%ige Lösung (also 20–50 g Lauge pro Liter Wasser). Durchführung: Der Vorgang sollte zweimal wiederholt werden, verwenden Sie möglichst heiße Laugenlösung, da die Wirksamkeit der Desinfektion durch Temperatur gesteigert wird. Nachdem der Kasten gut getrocknet ist, sollten die Innenseiten mit einer silberhaltigen Schutzfarbe ("Silberbronze") bestrichen werden, während außen ein Anstrich mit Leinölfirnis vorteilhaft ist.
Achten Sie stets auf Ihre eigene Sicherheit! Arbeiten Sie grundsätzlich mit Schutzbrille, Gummihandschuhen, Gummistiefeln und einer geeigneten Schürze!
Bei Kunststoffbeuten gelten andere Reinigungsmaßnahmen. Polystyrole Bauteile („Styropor”) müssen im Krankheitsfall grundsätzlich vollständig verbrannt werden. Verwenden Sie für die übrigen Kunststoffmodule Formaldehydlösungen oder dessen Dämpfe – ähnlich wie bei den Waben beschrieben. Schwefeldioxid ("Schwefeln") kann ebenfalls angewendet werden, allerdings nicht bei Styropor-Aufbauten, hier droht Brandgefahr!
Die Rähmchen können ähnlich wie die Kästen desinfiziert werden. Alternativ können Sie diese auch einfach 15 Minuten lang in kochendem Wasser auskochen oder die darin befindlichen Waben durch intensives Kochen entfernen. Züchter von Bienenköniginnen sollten stets neue Rahmen nutzen.
Desinfektion von Bienenwaben
Es gibt verschiedene Methoden der Waben-Desinfektion. Eine vorbeugende Reinigung empfiehlt sich einmal jährlich, ferner beim Einsetzen neuer Bienenvölker sowie natürlich bei Krankheit. Folgend stellen wir drei häufige Techniken vor:
Desinfektion mittels Essigsäure-Dämpfen
Stellen Sie sämtliche Waben in eine verschließbare Kammer oder Box. Auf die gestapelten Waben kommt ein Gefäß aus Porzellan (chemisch inert) mit hochkonzentrierter Essigsäure. Empfohlene Dosierung: Pro 1 m³ Raumvolumen verwenden Sie 2 Liter Eisessig. Wenn Sie direkt in einem fest verschlossenen Zargenstapel behandeln, reichen für 10 Waben einer Standardgröße bereits etwa 200 ml Eisessig.
Die Temperatur darf während der Einwirkzeit nicht unter 15 °C sinken. Platzieren Sie deshalb unter dem Essigsäurebehälter erwärmte Ziegelsteine, um die Temperatur zu erhöhen. Lassen Sie die Waben mindestens 14 Tage in den Dämpfen stehen.
Zur parallelen Bekämpfung von Wachsmotten empfiehlt sich zusätzlich das "Schwefeln".
Desinfektion der Waben mit Formaldehyddampf
Verwenden Sie bei dieser Methode ein ähnliches Vorgehen wie zuvor, jedoch mit Formaldehyd („Formalin“) als Wirkstoff. Dieser ist im Handel meist als 36–38%ige Lösung erhältlich. Pro 1 m³ Raumvolumen rechnen Sie mit ungefähr 150 ml dieser Lösung. Schnelle Verdampfung erreichen Sie durch Versprühen, Erwärmen oder Zugabe eines Oxidationsmittels:
Hierbei zuerst 90 g Kaliumpermanganat in eine tiefe Schale geben, dann 150 ml Formalin hinzufügen. Bereits nach etwa 15 Sekunden beginnt das Formalin bei circa 190 °C zu verdampfen – Vorsicht: Durch das Erhitzen vergrößert sich der Lösungsumfang stark. Sorgen Sie deshalb für eine ausreichende Tiefe und Platzreserve in der Schale. Schützen Sie sich beim Umgang mit Formaldehyd unbedingt mit Schutzausrüstung!
Falls in einem größeren Raum desinfiziert werden soll, verwenden Sie mehrere Verdampfungsstellen verteilt auf den Raum.
Nach der Behandlung werden verbleibende Formaldehyd-Rückstände mit Ammoniak neutralisiert. Dazu tränken Sie saugfähiges Material (Lappen o.ä.) mit Ammoniak oder besprühen Sie die Raumflächen. Für 150 ml Formalin benötigen Sie zur Neutralisierung etwa 72 ml einer 33%igen Ammoniaklösung.
Desinfektion der Waben mit 4%-iger Formaldehydlösung
Eine etwas sicherere Option bietet die 4%ige Formaldehydlösung. Dazu verdünnen Sie 1 Liter Formalin mit 8 Litern destilliertem Wasser. Diese Mischung großzügig auf die Waben auftragen, die hierfür senkrecht aufgehängt werden (z.B. über einer Wanne). Dabei unbedingt alle Zellen gründlich mit der Lösung füllen und anschließend 24 Stunden einwirken lassen. Danach die Waben in der Honigschleuder abschleudern, erneut mit sauberem Wasser reinigen, nochmal schleudern und anschließend gut trocknen lassen. Erst wenn die Waben nicht mehr nach Formaldehyd riechen, dürfen sie in den Bienenstock zurückgegeben werden.
Desinfektion der Waben durch Wärmebehandlung
Weiterhin besteht die Möglichkeit einfacher thermischer Reinigung: Die Waben dazu aufrechtstehend in einem Thermostaten bei konstanten 50 °C einen Tag lang erhitzen. Überschreiten Sie diese Temperatur keinesfalls, sonst droht der Zerfall der Wabenstruktur.





































































































































































































