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Ein Ansatz zur Bekämpfung von Schädlingen ist die Desinfektion und das Belassen leerer Bienenstöcke. Es ist daher wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Begriff „Schädling“ subjektiv ist und von der Sichtweise des Menschen abhängt. Nicht alles, was in der Umwelt vorhanden ist und sich möglicherweise negativ auf die Gesundheit von Menschen und Tieren auswirken kann, ist ein Schädling. Die Einstufung als Schädling erfolgt auf der Grundlage, dass ein Organismus schädliche Auswirkungen haben muss, die die Gesundheit gefährden oder erhebliche Unannehmlichkeiten verursachen können. Zudem muss er in ausreichender Zahl vorhanden sein, um wirtschaftlichen Schaden an relevanten Substanzen oder Werten zu verursachen.

Das Integrierte Schädlingsmanagement (IPM) ist ein System, das darauf abzielt, Schädlingspopulationen unter der Schadensschwelle zu halten und gleichzeitig negative Folgen für Umwelt und Gesellschaft zu begrenzen. Grundlage dafür bildet die Sammlung und Auswertung von Daten, die zur Planung und Durchführung gezielter Kontrollmaßnahmen dienen. Das Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen dem Nutzen der Bekämpfungsmaßnahmen und deren Kosten unter möglichst ganzheitlicher Berücksichtigung zu finden.

IPM umfasst vier Basistrategien: Untätigkeit gegenüber dem Schädling, Reduktion der Schädlingspopulation, Senkung der Anfälligkeit des Wirtes sowie eine Kombination beider Ansätze. Bei der Planung des IPM ist es wichtig, auf mehrere Kernziele zu achten. Dazu gehören die Überwachung der Schädlinge, der Erhalt der Umweltqualität, der Einsatz effektiver Bekämpfungsmethoden, das Akzeptieren eines tolerierbaren Schädlingsaufkommens, die Steigerung des Ertrags von Nutzpflanzen oder -tieren und die Anpassung der Bekämpfung an die tatsächlichen Erfordernisse statt an den Kalender. Um diese Ziele zu erreichen, kommen effektive Probennahmemethoden, fundierte Entscheidungsgrundlagen und eine ganzjährige Umsetzung verschiedener Taktiken zum Einsatz.

Im Fall der Varroose ist es entscheidend, dass das IPM eine natürliche Vorkommenstoleranz der Milbe Varroa destructor in bestimmten Jahresabschnitten zulässt. Dieser Ansatz berücksichtigt auch die Zucht von natürlich varroaresistenten Bienenvölkern.

Im Herbst kann man oft leere Bienenstöcke aus verschiedenen Gründen vorfinden. Einer davon ist, dass Bienenvölker aufgrund von Krankheiten wie der Varroose, verursacht durch die Milbe Varroa destructor, eingegangen sind. Die Varroose ist eine schwerwiegende, weltweit verbreitete Bienenseuche, die ganze Völker gefährdet.

Die Varroamilbe vermehrt sich am Körper der Bienen und führt zu deren Schwächung und dem Absterben der Bienenvölker. Besonders im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August, wenn die Wintergeneration der Bienen schlüpft, ist es entscheidend, die Milbenbelastung auf einem Minimum zu halten. Dies gelingt durch die Anwendung geeigneter Bekämpfungsmittel wie organische Säuren oder Chemikalien wie Flumethrin oder Amitraz. Dabei ist die Einhaltung der korrekten Dosis und Anwendungsdauer unerlässlich.

Werden Langzeitträger zur Wirkstoffapplikation eingesetzt, wie beispielsweise Apitraz oder Gabon PF, ist die vorgeschriebene Anwendungsdauer einzuhalten. Wird diese überschritten, lässt die Wirkstofffreisetzung nach und es können resistente Varroamilbenmutationen entstehen.

Langzeitpräparate mit Amitraz – etwa Apitrak – sollten vorsichtig eingesetzt werden, da der Wirkstoff nicht von Herbst bis Frühjahr erhalten bleibt.

Ab etwa Mitte Oktober bis zum Winter kann man leere Bienenstöcke ohne Bienen finden, obwohl ausreichend Vorräte und mitunter sogar Brut vorhanden sind. Dies ist auf eine unzureichende Behandlung der Völker gegen Varroose zurückzuführen – die sich im Sommer durch die Varroamilbe ausbreitet. Die Milben entwickeln sich unter den Deckeln der Bienenbrut und verwerten dabei die Fettkörper der Bienen der künftigen Wintergeneration. Diese Winterbienen sterben meist nach ca. 60 Tagen, da ihnen die Energie für das Überleben und die Aufzucht weiterer Generationen fehlt.

Unzureichende Behandlung gegen Varroose hat gravierende Folgen – nicht nur für das Überleben des Bienenvolks, sondern auch für die weitere Nachzucht. Die Desinfektion ist eine der wirksamsten Methoden zur Schädlingsbekämpfung, einschließlich der Varroamilbe. Es gibt verschiedene Desinfektionsverfahren, von physikalischen bis hin zu chemischen, die für maximale Wirksamkeit auch kombiniert werden können.

Desinfektion

Die Empfindlichkeit verschiedener Schädlinge, insbesondere von infektiösen und invasiven, gegenüber physikalischen und chemischen Desinfektionsmethoden ist unterschiedlich.

Zu den physikalischen Desinfektionsmethoden zählen verschiedene Formen der Wärmeanwendung (Trocken- und Feuchthitze), UV-Strahlung sowie ionisierende Strahlung. Am häufigsten werden die folgenden physikalischen Verfahren angewendet:

Erhitzen des Raums mit trockener Hitze (z.B. Desinfektion von Waben mit Vorräten für mindestens 48 Stunden bei 50 °C ist wirksam gegen Viren).

Kochen bei Normaldruck für mindestens 30 Minuten.

Autoklavieren bei Überdruck für mindestens 20 Minuten.

Einsatz von Dampf-, Wasch- oder Reinigungsgeräten bei Temperaturen über 90 °C.

Ausglühen, Verbrennen und Nutzung von Sonnenlicht.

UV-Strahlung mit einer Wellenlänge von 253,7–264 nm wird durch keimtötende Lampen erzeugt und ebenfalls zur Desinfektion verwendet. Strahlung kommt hauptsächlich in der pharmazeutischen Industrie und in Laboren zum Einsatz.

Die Hitzedesinfektion ist die am weitesten verbreitete physikalische Methode. Die Widerstandsfähigkeit infektiöser Erreger gegenüber dieser Methode variiert jedoch. Die meisten Bakterien und Viren werden bereits bei 100 °C deaktiviert. Prionen hingegen, die bei verschiedenen Tierarten neurologische Erkrankungen hervorrufen können, sind gegen hohe Temperaturen und die meisten chemischen Desinfektionsmittel resistent. Hierfür sind spezifische Bedingungen nötig: eine Temperatur von 133 °C, ein Druck von 3 bar und eine Einwirkzeit von 20 Minuten.

Bienenviren, ebenso wie andere Picornaviren, sind empfindlich gegenüber längerer Trockenerhitzung bei 50–55 °C.

Fortsetzung folgt: Inspiriert von einem Artikel aus der Zeitschrift „Včelařství“. Autor: MVDr. Josef Holejšovský, Ph.D. – Vorsitzender der Kommission für Bienengesundheit des Tschechischen Imkerverbandes

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