Kunststoff-Rähmchen

Kurz gesagt, sind Kunststoff-Rähmchen eine der jüngsten Innovationen in der Imkerei, welche kostbare Arbeitszeit einsparen.

Auf dem Markt begegnen Ihnen unterschiedliche Varianten der Kunststoff-Rähmchen. Zu den populärsten gehören Kunststoff-Seitenteile, komplette Kunststoff-Rahmen, aber auch einzelne Kunststoff-Mittelwände, die in fast jede passende Rahmengröße eingebracht werden können (die in unserer Region am häufigsten verwendete Größe beträgt dabei 39x24 cm).

Vorteile von Kunststoff-Rähmchen

Die Kunststoff-Rähmchen bieten zahlreiche Vorteile: So haben beispielsweise die hohlen Hoffmann-Seitenteile isolierende Eigenschaften und machen zusätzliche Abstandhalter überflüssig. Dünne Ober- und Unterleisten sorgen in der Kombination mit geringem Zwischenraum zwischen den Zargen für minimale Unterbrechungen in der Wabenfläche. Daraus entsteht ein wesentlicher Vorteil für die Bienen, welche den Übergang der Zargen nicht als störend wahrnehmen, genauso wie für die Königin, welche auf diese Weise leichter über mehrere Waben hinweg brütet.

Auch für den Imker selbst ergeben sich erhebliche Vorteile. Dank des speziellen Kunststoffmaterials punkten die Rahmen durch eine sehr lange Lebensdauer. Der verwendete Kunststoff erfüllt alle Vorschriften für den Lebensmittelkontakt – was bedeutet, dass keinerlei unerwünschte Rückstände im Bienenwachs oder Honig zurückbleiben. Daher bleiben Geschmacks- und Aromabildung unbeeinflusst. Zusätzlich entfallen viele lästige Arbeitsschritte, welche mit traditionellen Holzrahmen einhergehen, wie das Zusammennageln der Rahmenteile, Drahten oder Mittelwände einsetzen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil besteht darin, dass nur Ihr eigenes, bekanntes Bienenwachs in den Stock gelangt und somit das Risiko einer möglichen Krankheitsübertragung deutlich sinkt.

Anwendung der Kunststoff-Rähmchen

Kunststoff-Rähmchen sind keine so revolutionäre Neuheit, wie oft gedacht wird. Sie werden hierzulande sowie international schon seit etlichen Jahren erfolgreich eingesetzt, sodass zahlreiche Erfahrungsberichte zufriedener Imker vorliegen.

Die wohl größte Besonderheit im Vergleich zu traditionellen Holzrähmchen besteht darin, dass die Arbeitsschritte mit Kunststoff deutlich vereinfacht werden.

Bevor Sie jedoch ganz neue Kunststoff-Rähmchen im Bienenstock einsetzen, müssen diese mit einer dünnen Wachsschicht versehen werden. Dabei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen: Zum einen können Sie die Rähmchen bei 70–85 °C in verflüssigtes Bienenwachs eintauchen. Dies ist eine schnelle, jedoch wachszehrende Methode. Alternativ empfehlen wir das Wachseinstreichen per Pinsel oder Farbroller (bitte keinen Schaumstoffroller verwenden; Nylonroller eignen sich am besten). Damit erzielen Sie den geringsten Wachsverbrauch. Es genügt dabei, das Wachs dünn auf die Zellkanten aufzutragen. Sie müssen nicht die Zellböden füllen – im extrem sparsamen Verfahren reicht es sogar aus, nur die Zellkanten der Rahmen zu bestreichen.

Dadurch haben Bienen keinerlei Schwierigkeiten, Kunststoff-Mittelwände anzunehmen, und bauen gern sowohl Brut- als auch Honigzellen darauf aus.

Falls Sie regelmäßig Drohnenbrut ausschneiden oder kontrollieren möchten, empfehlen wir Ihnen, dem Volk zusätzlich einen traditionellen Holzrahmen zur Verfügung zu stellen. Obwohl Bienen Drohnenzellen auch in Kunststoffrahmen errichten können, bauen sie diese oft unregelmäßig verteilt, was die Kontrolle erschwert. Als praktische Alternative können Sie natürlich auch selbst einen Kunststoffrahmen für Drohnenbrut präparieren. Hierzu schneiden Sie einfach einen Teil aus einer Kunststoff-Mittelwand heraus und lassen rundum ca. einen Zentimeter stehen – diesen offenen Bereich nutzen die Bienen bevorzugt für ihre Drohnenzellen.

Ein weiterer Vorzug ist die enorme Zeitersparnis, vor allem wenn es um Erneuerung des Wabenbaus geht. Dabei schneiden Sie lediglich das alte Wachs heraus und setzen das Kunststoff-Rähmchen umgehend wieder in die Beute zurück. Die Zellböden erledigen die Bienen selbst – sie richten diese aus, reinigen sie und beginnen prompt mit dem Neubau. Das erneute Auftragen von Wachs entfällt.

Das Honigschleudern wird zudem effizienter, da die steifen Kunststoffrähmchen höhere Schleuderdrehzahlen ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Vorteil liegt darin, dass keine Gefahr eines Wabenzusammenbruchs besteht und der Einfluss von Wachsmotten stark reduziert wird.

Die Desinfektion der Kunststoffrähmchen ist in der Regel nicht notwendig. Sollte dies dennoch erforderlich sein, empfehlen wir eine kurze Behandlung durch einen sehr effektiven Reiniger aus 5% Natriumhydroxid und 10% chlorhaltiger Lösung (wie „Savo“) mit anschließendem gründlichen Abspülen mit warmem Wasser.

Ist der Preis zu hoch?

Auf den ersten Blick mögen Kunststoffrähmchen relativ teuer erscheinen. Wenn Sie jedoch bedenken, wie viel Arbeit, Zeit und Aufwand Sie mit der Verwendung von Kunststoff einsparen, wie schnell die Bauwaben mühelos erneuert werden können sowie deren hohe Sauberkeit und Langlebigkeit, relativieren sich die vorerst höheren Anschaffungskosten drastisch. Im direkten Vergleich mit Holzrähmchen zeigt sich, dass die Kunststoffvariante langfristig günstiger ist.