Vorfrühling
Nicht nur für Neuimker, die ihre Bienenvölker erstmals überwintert haben, zeigt sich der nahende Vorfrühling durch blühende Hasel- und Erlenkätzchen. Sie stellen die erste Pollenquelle für die Bienen dar, die bereits einen Teil ihrer Winterreserven verbraucht haben. Die Völker haben mit der Brut begonnen. Gerade die stärksten, deren Unterlagen sechs und mehr Reihen (bienenbesetzte Wabengassen) zeigen, sind anfälliger für einen schnellen Vorratsverlust, mögliches Verhungern und unnötige Verluste.
Übermäßige Störungen und Kontrollen bei Temperaturen unter 10 °C sind nicht zu empfehlen, ausfliegende Bienen kühlen rasch aus und schaffen es oft nicht mehr zurück in den Stock. Jede Biene ist jetzt für die Frühjahrsentwicklung von großer Bedeutung. Schon ein kurzer Blick unter den Deckel kann uns über den Vorratszustand aufklären. Wenn bereits ein Reinigungsflug stattgefunden hat und Haselsträucher tatsächlich blühen, wärmen wir das Volk durch Auflegen einer Isolierung und können eine Polyethylen-Dampfsperrfolie mit reflektierender Metalleinlage verwenden, um die abstrahlende Wärme im Stock zu halten (solche Folien werden auch als Dampfsperre unter Dachabdeckungen eingesetzt). In dieser Zeit zählt jedes Grad an Wärme und das kondensierte Wasser steht den Bienen zur Verdünnung der Vorräte sowie zur Produktion von Gelee Royale für die Brutpflege zur Verfügung. Eine weniger störende Kontrolle, wenn die Bienen den Stock noch nicht regelmäßig verlassen, ist das Beobachten der Unterlagen. Stark feuchte Unterlagen deuten zwar auf eine brütende Königin hin, aber auch auf unzureichende Belüftung. Tote Brut in Form von weißen, unterentwickelten Larven verschiedenen Alters weist wieder auf Pollenmangel, damit Proteinunterversorgung und Wassermangel hin. Tote Bienen sowie allgegenwärtige Kotflecken und Spritzer deuten meist auf Nosemose hin; Mäusekot und angenagte Körperreste sprechen für einen Räuber, der sich oft mit etwas Möhre als Köder fangen lässt. Fluglochkeile zum Schutz vor Schädlingen entferne ich beim Reinigungsflug, damit ausgekühlte Bienen leichter in den Stock zurückfinden. Je nach Wetterprognose werden sie aber wieder angebracht, denn im Frühjahr sucht jedes Tier nach Nahrung. Sobald die Bienen unter der Folie aktiv sind und mit dicken Pollenhöschen einfliegen, entferne ich die Barrieren endgültig. Sollten die Vorräte dennoch knapp werden, kann man Reservewaben aus einem nicht infektiös eingegangenen Volk verwenden oder prüfen, ob überschüssige Vorräte aus einem anderen Strongvolk entnommen werden können. Dabei dürfen die lebensfähigen Völker aber nicht überbeansprucht werden. Wenn keine Reservevorräte vorhanden sind, muss auf eigenen Honig, kommerzielle Ersatzfuttermittel oder im äußersten Fall auf Zuckerlösung zurückgegriffen werden. Befinden sich am Bienenvolk nur leere Waben, ersetzt man diese durch Futterwaben aus einem anderen Teil des Stocks.
Grundausstattung
Egal, ob wir gerade erst mit der Imkerei beginnen oder uns noch in der Vorbereitung befinden – es ist wichtig, sich mit den richtigen Arbeitsmethoden vertraut zu machen und passendes Werkzeug anzuschaffen. Einen Smoker – oder für Nichtraucher einen „Dampfer“ – wählen wir lieber eine Nummer größer, damit er länger Rauch produziert und nicht ständig nachgefüllt werden muss. Der Rauch zwingt die Bienen zum Rückzug in den Stock, sie nehmen Honig auf, beschäftigen sich damit und ermöglichen dem Imker ein schonendes Arbeiten. Zum Befüllen des Smokers verwenden wir ausschließlich natürliche Materialien ohne synthetische Bindemittel (verrottetes trockenes Holz, Hobelspäne, Waldstreu usw.). Ganz ohne Rauch zu arbeiten ist kein Zeichen von Mut, im Gegenteil, es zeugt von mangelnder Rücksicht auf die Bienen, die dann in den Ritzen der Aufsätze gequetscht werden, unter der Folie zerdrückt werden oder uns durch eine erhöhte Anzahl Stiche erwischen. Außerdem setzt jede tote Biene einen Alarmstoff frei, wodurch weitere Bienen zur Verteidigung animiert werden.
Wählen Sie eine Schutzausrüstung, mit der Sie sich sicher fühlen und die es Ihnen erlaubt, Ihre Arbeit auch dann zu beenden, wenn das Wetter, eine Zarge oder vor allem die Stimmung der Bienen umschlägt. Ihre Hände sind ohne Handschuhe zwar geschickter und sensibler, aber zum Gewinnen von Selbstsicherheit sind sie nicht verwerflich – haben Sie sie daher griffbereit. Übermäßige und unbegründete Aggressivität der Bienen ist ein Grund, die Königin zu wechseln. Sind Kinder bei der Arbeit anwesend, ist es umso wichtiger, dass sie geschützt werden und von Anfang an keine negativen Erfahrungen machen. Einfache Gummibänder an Ärmeln und Hosenbeinen, ein Kinderschleier, der richtig am Hals gebunden wird, sind elementare Schutzmaßnahmen. Halten Sie ein Werkzeug zum Entfernen des Stachels bereit (herauskratzen oder unterhaken – vermeiden Sie das Zusammendrücken zwischen den Fingern, um den Giftbeutel nicht zusätzlich auszudrücken), sowie ein kühlendes Gel für den Notfall nach Stichen. Ein vielseitiges Werkzeug ist ein gut gewählter Stockmeißel, der in verschiedenen Ausführungen und Größen angeboten wird. Einen Bienenbesen, der eher zur Honigernte benötigt wird, kann man durch eine Schwungfeder von der Gans oder durch sanftes Abstoßen und leichtes Pusten ersetzen. Praktisches Zubehör ist ein bienendichter Behälter zum Abstellen von Rähmchen.
Fortsetzung folgt:
Dana Belušová, Mitglied der RR, Geschäftsführerin des Imkervereins Kladno




































































































































































































