Die Rolle der Drohnen im Bienenstaat

Drohnen sind unentbehrlich für die Befruchtung der Königin und ermöglichen so die genetische Vielfalt und stetige Weiterentwicklung der Bienengesellschaft.

Lebenszyklus der Drohne

Drohnen schlüpfen aus unbefruchteten Eiern, die von der Königin gelegt werden. In den ersten drei Tagen nach dem Schlupf werden sie von den Arbeitsbienen mit Gelee Royale gefüttert, einer nährstoffreichen Substanz, die ihr Wachstum fördert. Danach besteht ihre Nahrung aus Honig und Pollen, die weiterhin von den Arbeiterinnen zugeführt werden. Sobald die Drohnen geschlechtsreif sind, versammeln sie sich an sogenannten Drohnensammelplätzen, um auf die Paarung mit jungfräulichen Königinnen zu warten. Nach erfolgreichem Hochzeitsflug stirbt der Drohn und hat damit seine wesentliche Aufgabe erfüllt.

Drohnen und Schwarmstimmung

Das Auftreten von Drohnenbrut ist für Imker ein erstes Zeichen für den Beginn der Schwarmzeit. In dieser Phase wächst die Aktivität im Volk, die Bienen bauen intensiv Waben und ziehen viele junge Arbeiterinnen heran. Einige Drohnen schließen sich sogar dem ausschwärmenden Schwarm an, was als natürlicher Teil des Schwarmprozesses gilt.

Bedeutung der Drohnen

Obwohl Drohnen im alltäglichen Leben des Bienenstocks eine eher untergeordnete Rolle spielen, ist ihr Beitrag zum Fortbestehen der Art unerlässlich. Über die Paarung tragen sie die Hälfte der genetischen Merkmale für die nächste Generation von Arbeiterinnen bei, was deren nützliche Eigenschaften beeinflusst. Im Rahmen moderner Zuchtmethoden ist es daher besonders wichtig, Drohnen aus leistungsfähigen und schwarmträgen Völkern gezielt aufzuziehen.

Einfluss der Drohnen auf die Produktivität des Volkes

Die Anwesenheit von Drohnen im Bienenstock wirkt sich nicht nur auf die Fortpflanzung, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit des Volkes aus. Zwar haben Drohnen einen hohen Nahrungsbedarf und verbrauchen beträchtliche Mengen an Honig und Pollen, doch ihre Pheromone regen die Arbeiterinnen zu höherer Aktivität und effektivem Einlagern von Vorräten an. Untersuchungen zeigen, dass Bienenvölker mit größerer Drohnenanzahl häufig höhere Honigerträge erzielen und die Ressourcen im Umfeld besser nutzen.

Drohnen und Kannibalismus

Unter bestimmten Bedingungen, etwa bei Proteinmangel, kann es im Bienenvolk zu Kannibalismus kommen. In solchen Situationen opfern die Arbeiterinnen einen Teil der Brut – auch Drohnenlarven – zugunsten des Überlebens des gesamten Volkes. Dies geschieht, weil Drohnenlarven höhere Futteransprüche als Arbeiterinnenlarven haben und somit in Krisenzeiten eine zusätzliche Belastung darstellen.

Interessantes über Drohnen

  • Drohnen sind größer und schwerer als Arbeiterinnen, ihr Flug ist daher deutlich lauter hörbar.

  • In einem Bienenvolk gibt es meist zwischen eintausend und dreitausend Drohnen, zur Hochsaison kann deren Zahl aber auf bis zu elftausend ansteigen.

  • Drohnen besitzen besonders große und lichtempfindliche Augen, um die Königin während des Hochzeitsfluges aufspüren zu können.

  • Erwachsene Drohnen haben keinen Stachel, was sie gegenüber anderen Insekten wehrlos macht.