Imkern mit niedrigen Zargen

Die Methode des Imkerns mit niedrigen Zargen unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von anderen Bienenhaltungssystemen. Experten betonen, dass Bienenvölker, die in diesen speziellen Zargen gehalten werden, besonders widerstandsfähig und robust sind, was zu einer höheren Honigproduktion führt. Ein weiterer entscheidender Vorteil für die Imker ist die beträchtliche Zeiteinsparung bei der Pflege und Wartung dieser Bienenkästen.

Wenn ein Imker sich entscheidet, niedrige Zargen zu verwenden und diese korrekt vorbereitet, folgt als nächster Schritt die Besiedelung der neuen Zargen. Zur erfolgreichen Besiedelung empfehlen sich die Methoden Kunstschwarmbildung („Abkehrmethode“) oder die Bildung neuer Ableger. Ein Umsetzen der Waben aus einem anderen System in die niedrigen Zargen erweist sich hingegen als weniger praktikabel.

Die Kunstschwarm-Methode (Abkehrmethode)

Diese Methode empfiehlt sich, wenn das neue Volk keinen vorhandenen Wabenbau erhalten kann, oder der Imker ausschließlich die Umlogierung seiner Bienen in neue Zargentypen plant. Dabei handelt es sich um eine radikale Methode, bei der das gesamte Volk auf Mittelwände abgekehrt wird, um es anschließend in der neuen Beute zu halten. Diese Methode sollte möglichst früh in der Saison angewendet werden, da die Bienen etwas Zeit brauchen, um ihren Wabenbau neu aufzubauen. Würde man sie erst zu spät anwenden, könnte es passieren, dass sich das Volk nicht rechtzeitig auf den Winter vorbereiten kann.

Die Methode der Ablegerbildung

Diese Methode eignet sich optimal zur Erweiterung und Ergänzung bestehender Bienenvölker. Die wesentlichen Vorteile liegen darin, dass der Arbeitsaufwand moderat bleibt und die neuen, auf diese Weise aufgebauten Jungvölker bereits zu Beginn der nächsten Saison mit anderen Völkern bezüglich der Produktivität mithalten können.

Die Methode des Volksvereinigens

Diese Methode wählt der Imker, sollte er bereits ein weiteres Volk in einer anderen niedrigen Zarge besitzen. Sie gehört zu den schnellsten Wegen, eine neue Zarge zu besiedeln. Nach erfolgreicher Zusammenlegung können die so entstandenen starken Völker sofort auf die Einwinterung vorbereitet werden.

Kunstschwarm-Methode (Abkehrmethode)

Wenn der Imker ein neues Bienenvolk etablieren möchte, aber keine bereits gebauten Waben zur Verfügung stehen, oder er seine Bienen lediglich von einer anderen (höheren) Beute in niedrige Zargen umsiedeln will, wählt er diese Methode. Entweder kann ein natürlicher Schwarm verwendet werden, oder idealerweise wird das gesamte Volk auf die neuen Mittelwände abgekehrt. Diese Vorgehensweise ist zwar effektiv, aber drastisch.

Idealer Zeitpunkt

Da Bienen auf diese Weise viel Zeit für den Neubau der Waben benötigen, eignet sich diese Methode am besten zu Beginn der Saison und optimalerweise vor der Sommersonnenwende.

Die praktische Vorgehensweise

Die neue Beute (in der Regel zwei niedrigere Zargen) wird exakt auf die Stelle gestellt, in der bereits die alte Beute stand. Es empfiehlt sich, den Boden farblich ähnlich wie den alten zu gestalten, damit sich die Orientierung der Bienen erleichtert. Die Königin wird zunächst vorsichtig aus dem alten Volk genommen und zeitweise in einem Versandkäfig untergebracht. Etwa die Hälfte der Bienen wird nun in die neue Beute abgekehrt, anschließend wird vorsichtig die Königin eingeführt.

Jetzt ist es essentiell, dass die Bienen im Inneren des neuen Hauses bleiben. Die Beute wird verschlossen, während die Versorgung der Bienen mit Wasser und Nahrung, beispielsweise einer Mischung aus Zucker und Honig oder verdünntem Zuckerwasser (1:1), gewährleistet ist. Das Volk bleibt zunächst kurzfristig an einem Standort, der zwei Kilometer oder weiter entfernt vom Ursprungsstand liegt.

Solange keine Trachtzeit anbricht, wird mit dem Zufüttern fortgefahren und etwas dickflüssigeres Zuckerwasser verabreicht. Nach etwa zehn Tagen, wenn die ersten Waben gebaut sind, können weitere Bienen (die jungen, frisch geschlüpften Bienen des Altvolkes) hinzugesetzt werden.

Nach ungefähr zwei weiteren Wochen, wenn sämtliche Brut im alten Volk geschlüpft ist, folgen die restlichen Bienen. Dabei achtet man darauf, die junge Nachschaffungsmatze nicht mitzunehmen.

Wenn es dem Volk danach gut geht, die Königin gut legt und mindestens zwei Zargen voll besetzt sind, fügt man möglichst Mitte Sommer noch eine weitere zusätzliche Zarge hinzu.

Methode des Volksvereinigens

Diese Methode eignet sich hervorragend, wenn schnell kräftige Wirtschaftsvölker für den Winter vorbereitet werden müssen und genügend Bienen bereits vorhanden sind. Diese Methode funktioniert ausschließlich mit magazinförmig stapelbaren (Zargen-) Beuten.

Prinzip und erster Schritt

Bei der Vereinigung werden zwei mittelstarke Bienenvölker zu einem starken und winterfesten zusammengeführt. Ab etwa Juni werden z.B. zwei kleinere Kunstschwärme gebildet und jeweils in separate Beuten gesetzt. Jede Einheit kann zwei oder drei niedrige Zargen bekommen. Die Völker sind nahe beieinander aufgestellt, was das Einfliegen der Bienen nach der Zusammenlegung erleichtert. Bis Mitte August werden beide völker intensiv gepflegt und unterstützt, um kräftige Volksstärken zu erhalten.

Durchführung der Zusammenlegung

In der Regel in der zweiten Augusthälfte werden beide Völker behutsam miteinander vereinigt. Dies erfolgt über den Einsatz einer Zeitungstrennung. Die Zargen des Volkes mit der jüngeren und qualitativ besseren Königin kommen nach oben, die ältere Königin wird entfernt. Nach ungefähr einer Woche erfolgt eine Kontrolle, um sicherzugehen, dass Eier gelegt und Jungbienen vorhanden sind.

Vor der endgültigen Einwinterung können überschüssige Zargen reduziert und optimiert werden.

Alternative Variante

Alternativ umfasst die Methode der „Volksvereinigung“ das Verstärken von Völkern mittels eines starken, sogenannten Pflege- oder Reservevolkes, welches besonders intensiv gepflegt und gefüttert wird und kontinuierlich zum Brutableger genutzt wird. Später wird dieses Manipulationsvolk vollständig aufgelöst.

Ablegerbildung nach niedriger Zarge

Diese Methode bewährt sich besonders, um vorhandene Bienenvölker auszubauen oder zu ergänzen, wenn bereits ausgebaute niedrige Waben zur Verfügung stehen. Der Hauptvorteil liegt im relativ überschaubaren Arbeitsaufwand und darin, dass solche Völker bereits zu Saisonbeginn produktiv arbeiten können.

Praktische Durchführung der Ablegerbildung

Der Imker wählt hierfür ein starkes Volk und entnimmt daraus zwei bis drei verdeckelte Brutwaben samt Jungbienen (nicht der Königin!) und setzt diese in ein leeres niedriges Magazin ein.

Weitere Schritte der Ablegerbetreuung

Weitere freie Stellen werden mit Futter- und Pollenwaben gefüllt und zusätzlich kann Wasser eingesprüht werden. Danach erfolgt die Einführung einer jungen Königin in einem Käfig, die die ersten Tage im eingehängten Käfig verbleibt und dann freigelassen wird. Anschließend wird regelmäßig kontrolliert, vorsichtig weitergefüttert und nach Bedarf der Raum erweitert.

Volksbildung per Ableger führt zuverlässig zu gesunden und starken Völkern, die erfolgreich überwintert werden können.