Honigernte

Obwohl die Imkerei nicht allein von der Honigmenge und dem daraus resultierenden Gewinn bestimmt ist, gehören diese Aspekte untrennbar dazu. Und um Honig zu gewinnen, braucht man neben den Bienen eine sorgfältige Honigernte. Gehen wir Schritt für Schritt durch den Ablauf der Honigernte.

Entnahme der Honigwaben

Die Honigernte startet mit der Entnahme der Honigwaben. Hier beachten Sie bitte die wichtige Grundregel: absolute Sauberkeit und Kontrolle der Waben sowie des Zustands des Volkes.

Prüfen Sie zum Beispiel den Wassergehalt im Nektar mithilfe der Spritzprobe: beim Rütteln dürfen die Waben keine Flüssigkeit verlieren. Entnehmen Sie ausschließlich vollständig verdeckelte Waben, denn nur diese enthalten ausgereiften Honig!

Verwenden Sie bei der Wabenentnahme nur sparsam Rauch. Die Waben sollten sofort fachgerecht gelagert werden, beispielsweise in Zargen mit Böden oder speziellen Rähmchen-Transportboxen.

Entstandene Lücken ergänzen Sie nach Bedarf direkt mit neuen Mittelwänden und Leerwaben. Achten Sie darauf, dass sich im obersten Magazin nur helle, ausgebaute und brutfreie Waben oder Mittelwände befinden. Solch ein Raum wirkt auf Bienenvölker deutlich weniger attraktiv.

Honig schleudern

Das Schleudern der Waben erfolgt entweder direkt am Standort, wobei die geschleuderten Waben sofort zurückgegeben werden, oder - falls Sie genügend Reservewaben haben - Sie ersetzen die Waben direkt und schleudern erst später zu Hause in sauberer und ruhiger Umgebung.

Unabhängig vom Ort des Schleuderns gilt: Der Raum sowie alle Werkzeuge, Hilfsmittel, Entdeckelungswerkzeuge und die Honigschleudern müssen makellos sauber und hygienisch sein.

Vor dem Schleudern werden die Waben zuerst entdeckelt. Dazu eignen sich spezielle Entdeckelungsgabeln, Honigmesser oder Entdeckelungsmaschinen. Das eigentliche Schleudern geschieht anschließend in der imkerlichen Honigschleuder.

Sieben und Filtern des Honigs

Nach dem Herauslösen aus den Waben muss der Honig zunächst gesiebt werden, bevor er abgefüllt und eingelagert wird. Für kleinere Bienenbestände reichen oft zwei übereinander angeordnete Siebgitter, eines grobmaschiger, eines feinmaschiger. Durch dieses Filtersystem läuft der Honig und es werden Wachspartikel, Wabenreste und andere Verunreinigungen zurückgehalten. Wer größere Völkerzahlen betreut, sollte mehrere Siebe bereithalten, um diese regelmäßig wechseln und ohne Unterbrechung arbeiten zu können. Alternativ arbeitet man gleichzeitig mit mehreren Auffangbehältern, sodass der Honig in Ruhe durch die Siebe in die Behälter fließen kann, während parallel weitergeschleudert wird.

Innerhalb einiger Tage - abhängig von der Viskosität des Honigs - steigen kleinere Luftblasen und Wachspartikel nach oben an die Oberfläche und müssen anschließend sorgfältig entfernt werden.

Honiglagerung nach der Honigernte

Natürlich gelangt der komplette gewonnene Honig nicht unmittelbar zum Kunden. Daher ist es ratsam, große Gefäße, idealerweise aus Edelstahl, vorrätig zu haben. So gelagerter, gefilterter Honig muss unbedingt luftdicht verschlossen sein, um ihn optimal zu konservieren.

Es empfiehlt sich, die Honigbehälter mit Informationen wie Erntejahr, Wassergehalt und Honigsorte zu versehen.

Kontrollieren Sie den Honig nach einigen Tagen. Falls die Honigoberfläche Schaum zeigt, handelt es sich um verunreinigten Honig, der am besten als bienengerechtes Futter für junge, heranwachsende Bienenvölker verwendet werden kann. Er ist für sie weitaus besser geeignet als einfaches Zuckerwasser.

Honig, der nicht direkt verkauft wird, bewahren Sie sicher in trockenen, hygienischen, staubfreien und möglichst kühlen Räumlichkeiten auf. Es ist sehr wichtig, dass die Behältnisse absolut dicht verschlossen sind. Für die optimale Langzeitlagerung von Honig empfehlen sich Temperaturen um ca. +10 °C.