Frühvorfrühling – Fortsetzung

Umgang mit Bienen und Grundregeln bei der Durchsicht des Bienenvolks

Gewöhnen Sie sich an, die Rähmchen nur direkt über dem Bienenstock zu kontrollieren. Sollte die schwere, legende Königin wirklich einmal den Halt verlieren, fällt sie direkt zurück in das eigene Volk.

Für eine sanfte und vorsichtige Manipulation im Bienenvolk ist es ratsam, nach dem Rauch geben kurz zu warten und dann 1–2 Randrähmchen zu entnehmen, die man sicher vor Räuberbienen aufbewahren sollte. Junge Bienen sollte man vor dem Herunterfallen ins Gras schützen und die Brut vor starker Sonneneinstrahlung bewahren, da diese insbesondere an heißen Tagen schaden kann. Wird eine Wabe mit der Königin gefunden, sollte auch diese separat aufgehängt und notwendige Eingriffe schonend durchgeführt werden. Die anderen mit Propolis verklebten Waben werden mit dem Stockmeißel gelöst, in den freien Raum verschoben und je nach geplantem Eingriff immer nach einem einheitlichen Schema bearbeitet, das mit der Zeit zur Routine wird. Mit entnommenen Rähmchen wird behutsam gearbeitet, um ruckartige Bewegungen zu vermeiden und Bienen sowie das Nachbarwabenwerk nicht zu beschädigen. Insbesondere bei Waben mit offener Brut und deren direkten Nachbarn ist besondere Sorgfalt geboten, um die Königin nicht zu verletzen. Gewöhnen Sie sich an, Rähmchen nur über dem Bienenstock zu kontrollieren, damit eine eventuell stürzende legende Königin stets ins eigene Volk zurückfällt. Halten Sie die Rähmchen dabei an den Ösen der Oberträger stets in vertikaler Position. Ein Drehen zur Rückseitenkontrolle erfolgt ebenfalls in einer vertikalen Ebene – drehen Sie das Rähmchen über die Seitenleiste um 180° und dann mit der Unterleiste nach oben, sodass Pollenladungen nicht herausfallen, Nektar nicht ausläuft und Bienen samt Königin nicht der Schwerkraft ausgesetzt werden. Eine leichte Neigung ist insbesondere beim Arbeiten über dem Bienenstock akzeptabel. Gewöhnen Sie sich an, automatisch den Zustand der Honigvorräte zu beurteilen (verdeckt, offen, Nektar), das Vorhandensein von Pollenvorräten rund um das Brutnest sowie die Anzahl der Brutwaben (zu bewerten je nach Jahreszeit und eventuellen Besonderheiten).

Achten Sie außerdem auf frische, helle Wachsneubauten (Bauimpuls), ausgebaute Drohnenwaben in den Bruträhmchen und im Baurahmen sowie auf den Ausbau von Mittelwänden und auf den Bestand an Altwaben – Platz für die Königin zum Legen und für den Nektareintrag. Die tatsächliche Anwesenheit der Königin muss – sofern nicht aus einem bestimmten Grund wie Zeichnen, Flügel stutzen, Käfigen oder Umweiseln – nicht unbedingt überprüft werden. Es reicht der Nachweis frischer Arbeiterinnenbrut. Eier (bis 2 mm, fadenförmig) müssen am Zellboden haften und möglichst systematisch, flächendeckend abgelegt sein. Die an den Seiten haftenden, chaotisch oder mehrfach in einer Zelle gelegten Eier deuten auf eine fehlerhafte Königin oder auf deren Abwesenheit und das Wirken von Drohnenmütterchen hin. Aufrecht stehende Eier zeigen Frische an, mit zunehmendem Alter neigen sie sich. Nach dem 3. Tag, wenn die Ammenbienen sie mit Futter versorgen, spricht man von Larven. Um beim Blick in die Zellen alles gut erkennen zu können, sollte die Durchsicht zur passenden Tageszeit und bei geeignetem Wetter erfolgen. Sie werden merken, dass eine Durchsicht in der Dämmerung oder bei Wetterumschwüngen auch den Rückflug von Flugbienen beschleunigt, was die Arbeit erschweren kann. Dennoch können Sie mit dem Smoker die Inspektion stets abschließen. Öffnen Sie nie zu viele Stöcke gleichzeitig – dies erhöht nicht nur das Räuberrisiko, sondern erschwert auch die Kontrolle. Gehen Sie stets mit einem klaren Ziel zu den Bienen: Was möchten Sie kontrollieren oder welchen Arbeitsschritt wollen Sie durchführen? Seien Sie vorbereitet auf den zu erwartenden Zustand des Volkes und nehmen Sie alle benötigten Utensilien (Baurahmen, Mittelwände, Altwaben, Ablegerkasten, Besen, Wasser usw.) gleich mit zum Bienenstand. Verwenden Sie eine Kiste, um entnommene Rähmchen zwischenzulagern. Wenn Sie sich doch einmal vom Bienenvolk entfernen müssen, ist es besser, die Bienen in den Stock zu stoßen und Rauch zu geben. Dann ziehen sie sich in die Wabengassen zurück und kommen nicht zu Schaden. Gleiches gilt beim Schließen des Bienenstocks: Geben Sie Rauch, setzen Sie die Rähmchen in ursprünglicher Anordnung und Ausrichtung der Auflageschienen ein und füllen Sie die nötige Zahl mit entsprechend gelagerten Rähmchen oder neuen Mittelwänden/Altwaben auf. Restliche Bienen werden wieder in den Stock, nicht daneben, abgeschlagen. Dies gelingt, wenn Sie die Kiste erst leicht aufschlagen, dann über die Rähmchen entleeren.

Die außen verbliebenen Bienen können vorsichtig mit einer Feder oder einem Besen in den Stock befördert werden. Geben Sie noch einmal Rauch, warten Sie, bis die jungen Bienen in die Wabengassen laufen, setzen Sie gegebenenfalls eine weitere Zarge auf und bedecken Sie das Volk mit Folie, Dämmung und Deckel. Stellen Sie Honigräume oder Zargen nie direkt auf dem bloßen Boden oder auf unebenes Gras – dies ist der sicherste Weg, die Königin und viele Jungbienen zu verlieren. Im Sinne der Rückengesundheit empfiehlt sich ein einfacher „Hocker“ mit einer Platte in Oberschenkelhöhe, etwas größer als der Grundriss einer Zarge, für ein sicheres Abstellen. Haben Sie keinen Falzbeuten, sondern sogenannte „Kisten auf Stoß“, befestigen Sie zwei Leisten, sodass die Unterträger nicht die Unterlage berühren und keine Bienen zerquetscht werden. Eine Alternative ist das Abstellen auf die Zargen-Seite, was aber die Wabenmanipulation einschränkt. Gibt es keinen Hocker oder freien Platz zwischen den Stöcken auf dem Ständer, legen Sie einen umgedrehten Deckel oder Folie auf die Erde und stellen Sie darauf die Zarge ab. Wenn Ihre Hände während der Durchsicht wiederholt von Bienen angegriffen werden, genügt zumeist das Abspülen mit klarem Wasser. So nehmen die Bienen Sie weniger als Fremdling aus einem anderen Volk wahr, und der eigene Schweiß ist für sie nicht mehr als Salzquelle attraktiv. Dennoch sollten Sie das Verhalten Ihrer Völker als Selektionskriterium beobachten, aber zuvor die Ursache der Unruhe suchen. Bienen mit einer leistungsstarken Königin sind gewöhnlich sanft, arbeitsam und neigen kaum zum Auswandern der Jungbienen.

Liebes Tagebuch …

Jede Arbeit sollte mit einem kurzen Vermerk über den festgestellten Zustand und den Bedarf an weiteren Kontrollen oder Eingriffen abgeschlossen werden. Ein Zettel am Deckel bewahrt stets verfügbare Informationen, die Stockkarte erfordert bereits eine systematischere Führung, aber manche Imker begnügen sich mit Kreide und Symbolen auf der Rückwand des Stocks. Rechnen Sie nicht damit, bis zur nächsten Kontrolle alles im Kopf zu behalten. Wenn Sie außerdem Angaben zur Blüte von Trachtpflanzen notieren, entsteht mit der Zeit eine interessante Statistik für Ihre Region.

Dana Belušová, Mitglied des Regionalrats, Vorstandsmitglied des Imkervereins Kladno, Mitglied 00 Kladno, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!