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Im Rahmen der regelmäßigen Untersuchung des Wintergemülls (als EpM300 bezeichnet) werden unter Imkerinnen und Imkern zunehmend Fragen zur Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit dieser Maßnahme laut. Ein Beitrag von Petr Bujnoch in der Zeitschrift Včelařství Nr. 2/2024 hat eine fachliche Debatte zwischen Praktikern und Spezialisten angestoßen. Um die Sicht der imkerlichen Öffentlichkeit besser einzuordnen, bringen wir eine erweiterte Diskussion, in der einzelne Fachleute und Imker ihre Standpunkte teilen. Untersuchung des Gemülls und die Geschichte ihrer Einführung: Ursprünglich diente die Untersuchung des Wintergemülls in den 1980er-Jahren dazu, die Ausbreitung der invasiven parasitischen Milbe Varroa destructor in unserem Gebiet zu verfolgen. Damals lag ein starker Fokus auf der detaillierten Kartierung der Orte, an denen der Parasit erstmals auftrat. Heute ist die Lage jedoch grundlegend anders – die Milbe ist seit langem im gesamten Gebiet der Tschechischen Republik verbreitet.

Im Rahmen der regelmäßigen Untersuchung des Wintergemülls (als EpM300 bezeichnet) werden unter Imkerinnen und Imkern zunehmend Fragen zur Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit dieser Maßnahme laut. Ein Beitrag von Petr Bujnoch in der Zeitschrift Včelařství Nr. 2/2024 hat eine fachliche Debatte zwischen Praktikern und Spezialisten angestoßen. Um die Sicht der imkerlichen Öffentlichkeit besser einzuordnen, bringen wir eine erweiterte Diskussion, in der einzelne Fachleute und Imker ihre Standpunkte teilen.

Untersuchung des Gemülls und die Geschichte ihrer Einführung

Ursprünglich diente die Untersuchung des Wintergemülls in den 1980er-Jahren dazu, die Ausbreitung der invasiven parasitischen Milbe Varroa destructor in unserem Gebiet zu verfolgen. Damals lag ein starker Fokus auf der detaillierten Kartierung der Orte, an denen der Parasit erstmals auftrat. Heute ist die Lage jedoch grundlegend anders – die Milbe ist seit langem im gesamten Gebiet der Tschechischen Republik verbreitet.

Der aktuelle Stand der Untersuchung des Wintergemülls aus Sicht erfahrener Imker

Stanislav Kyselka, Gesundheitsbeauftragter der Ortsgruppe ČSV Rašovice

Herr Kyselka ist seit mehr als zwei Jahrzehnten als Gesundheitsbeauftragter tätig. Seiner Erfahrung nach kann die Untersuchung des Wintergemülls leicht verfälscht werden, da jeder Imker die Milben auf den Bodeneinlagen selbst auszählen kann. Die gewonnenen Ergebnisse sind somit in hohem Maße zweifelhaft und oft im Voraus erwartbar. Herr Kyselka ist überzeugt, dass Mittel, die für diese administrative Pflicht aufgewendet werden, sinnvoller in die Prävention und das Monitoring von Krankheiten wie Amerikanischer Faulbrut (AFB) oder Europäischer Faulbrut investiert wären.

Ing. Jiří Šneller

Nach Ansicht von Herrn Šneller hat die Untersuchung des Wintergemülls keinen ausreichend realen Nutzen für die Verbesserung des Gesundheitszustands der Völker. Die Ergebnisse seien für ihn vor allem ein administrativer Wert ohne echten Einfluss auf das Handeln des Bienenhalters. Herr Šneller ist der Meinung, dass die Verantwortung für die Bienengesundheit und die Regulierung der Milbe Varroa destructor vor allem bei den Imkerinnen und Imkern selbst liegen sollte, da sie über das Wissen und die Möglichkeit verfügen, zum richtigen Zeitpunkt individuell einzugreifen.

Jiří Mohelník, langjähriger Imker und Publizist

Imker Jiří Mohelník weist darauf hin, dass in der Tschechischen Republik ein verpflichtendes Sommermonitoring der Milben eingeführt ist, das deutlich mehr Sinn und Bedeutung hat als die Winteruntersuchung des Gemülls. Leider vernachlässigen viele Imker diese Pflicht bis heute oder wissen überhaupt nicht davon. Herr Mohelník unterstützt die Abschaffung der flächendeckenden Winteruntersuchung des Gemülls, die er als überflüssig, kostspielig und ohne tatsächlichen Nutzen bezeichnet.

Sicht der Veterinärverwaltung und rechtlicher Kontext

Aus Sicht der Staatlichen Veterinärverwaltung (SVS) ist das Hauptargument für die Beibehaltung der regelmäßigen Untersuchung des Wintergemülls die Einstufung der Milbe Varroa destructor als gefährliche Tierseuche, deren Überwachung gesetzlich gefordert ist. Dieses Argument wirft jedoch Fragen auf, weil bei anderen Nutztieren kein vergleichbares System eines flächendeckenden Monitorings praktiziert wird. Auch Erfahrungen aus dem Ausland bestätigen nicht die Notwendigkeit einer derart umfangreichen Maßnahme.

Alternative Vorgehensweise – individuelles Monitoring der Bienenvölker

Fachleute sind sich darin einig, dass ein individuelles Monitoring des Milbenbefalls deutlich wirksamer ist. Ein solcher Ansatz ermöglicht ein rechtzeitiges und gezieltes Eingreifen direkt am Standplatz und beugt so dem Risiko großflächiger Schäden an den Völkern effektiv vor. Der Imker kann dadurch unmittelbar auf den konkreten Zustand seiner Bienen reagieren und genau dann Maßnahmen ergreifen, wenn es nötig ist.

Fazit – warum die Untersuchung des Wintergemülls neu bewertet werden sollte

Die vorgebrachten Argumente zeigen überzeugend, dass die bisherige Methode der Wintergemülluntersuchung veraltet, administrativ überbordend und wirtschaftlich nachteilig ist. Daher ist es angebracht, eine breite fachliche Diskussion zu eröffnen, deren Ergebnis objektive Änderungen in der Gesetzgebung und der angewandten Praxis sein sollten – einschließlich der Abschaffung oder der Ersetzung dieser Untersuchung durch eine andere, wirksamere Methode zur Beobachtung der Varroose-Situation.

Beteiligen Sie sich ebenfalls an der Diskussion

Ihre Meinung ist wichtig – kontaktieren Sie uns oder schreiben Sie an die Redaktion der Zeitschrift Včelařství. Eine offene Debatte, gestützt auf wissenschaftliche Fakten und die Erfahrungen von Fachleuten aus der Praxis, ist der einzige Weg zu einer wirksamen Steuerung der Imkerei bei uns.

Praktische Erfahrungen mit Entnahme und Analyse des Wintergemülls – Blick aus Litomyšl

Organisationsstruktur und Planung als Grundlage des Erfolgs

Die Ortsorganisation des Tschechischen Imkerverbandes (ČSV) Litomyšl ist eine historisch bedeutende Organisation, die derzeit 243 ordentliche Mitglieder vereint. Der Verein entstand bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts als „Imkerverein für Litomyšl und Umgebung“.

Die Organisation der Arbeit für das ganze Jahr wird durch einen detaillierten Plan geregelt, der von der Jahreshauptversammlung beschlossen wird. Der Plan legt nicht nur Termine für Mitgliedertreffen fest, sondern vor allem die Fristen für die Entnahme und Abgabe der Gemüllproben sowie die Termine für die Verteilung der Arzneimittel direkt an die Vertrauenspersonen der Bezirke.

Ablauf der Gemüllentnahme und Verteilung der Arzneimittel

In der ZO Litomyšl koordiniert der Gesundheitsbeauftragte des Vereins, Herr Miloslav Doseděl, das System der Probenentnahmen. Aufgrund der großen Mitgliederzahl ist es notwendig, genaue Aufzeichnungen zu führen und die einzelnen Schritte präzise und systematisch zu organisieren. Die vollständige Auswertung erfordert eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Vertrauenspersonen, die den Bedarf an Arzneimitteln für die einzelnen Bezirke sammeln. Die jährlichen Kosten für Arzneimittel erreichen hier bis zu 80.000 CZK.

Die Proben sind ein wichtiger – wenn auch arbeitsintensiver – Bestandteil der Bienengesundheit in der imkerlichen Gemeinschaft. So hat die ZO Litomyšl beispielsweise im Jahr 2022 insgesamt 263 Proben des Typs EpM300, 5 Proben für EpM110 und 1 Probe EpM120 (aus dem Sperrbezirk) abgegeben. Sämtliche Proben müssen manuell sortiert, kontrolliert, dokumentiert und anschließend an die Staatliche Veterinärverwaltung übergeben werden. Ein wichtiges Hilfsmittel ist die computerbasierte Registrierung im Zentralen Informationssystem (CIS).

Zusammenarbeit mit der SVS als wichtiger Erfolgsfaktor

Nach den Erfahrungen von Herrn Doseděl spielen gute Beziehungen und die Zusammenarbeit mit der Staatlichen Veterinärverwaltung (SVS) eine entscheidende Rolle. Ohne diese Kooperation lassen sich Situationen mit Seuchenausbrüchen im Zuständigkeitsbereich der Organisation nicht wirksam lösen. Doseděl nennt als Beispiel die jüngsten drei Ausbrüche der Amerikanischen Faulbrut (AFB), bei denen sich die Zusammenarbeit mit der SVS als entscheidend erwiesen habe.

Warum sollte die Laboruntersuchung des Wintergemülls beibehalten werden?

Miloslav Doseděl lehnt Bestrebungen, die verpflichtende Laboruntersuchung des Gemülls EpM300 abzuschaffen, eindeutig ab. Seiner Ansicht nach ist diese Methode sinnvoll und liefert wertvolle Informationen über die Qualität und Stärke der Völker sowie über den Erfolg der Behandlung in der vorangegangenen Saison.

Positionen der Gegner zur Pflicht der Wintergemüllentnahme

Kritischer Blick auf die Aussagekraft des Wintergemülls – Imker Bouzek

Unter Imkerinnen und Imkern gibt es jedoch auch skeptische Stimmen, die die derzeit verpflichtende Gemüllentnahme als unnötig ansehen. Imker Bouzek führt an, dass die Tschechische Republik bei der Entnahme von Gemüllproben eine Ausnahme sei und es in europäischen Ländern vergleichbare Pflichten nicht gebe. Seiner Ansicht nach ist der Milbenfall im Wintergemüll kein verlässlicher Indikator für den tatsächlichen Befallszustand – insbesondere bei großen, gut entwickelten Beutensystemen.

Bouzek schlägt die Abschaffung dieser Pflicht vor; die eingesparten Kosten könnten seiner Meinung nach beispielsweise in Fachpublikationen oder in zusätzliche Weiterbildung und Aufklärung der Imkerschaft fließen.

Ein Mittelweg – Meinung von Ivan Havel aus der ZO Solnice

Der Geschäftsführer der ZO ČSV Solnice, Ivan Havel, räumt ein gewisses Maß an Kritik hinsichtlich des zeitlichen und administrativen Aufwands der Entnahme und Abgabe der Proben an die SVS ein. Zugleich hebt er jedoch den Nutzen dieser Maßnahme hervor – Wintergemüllproben betrachtet er als wichtigen Kontrollmechanismus für die Wirksamkeit der Varroose-Behandlung.

Als Problem bezeichnet er allerdings den unzureichenden Überblick über die Ergebnisse nicht organisierter Imker, die oft nicht in die Kommunikation zwischen Imkerorganisationen und der SVS einbezogen sind. Nach Havels Ansicht sollte die SVS die Ortsorganisationen über die Ergebnisse der Gemülluntersuchungen aller Bienenhalter informieren – unabhängig von deren Registrierung.

Abschließende Zusammenfassung

Die unterschiedlichen Erfahrungen und Ansichten der hier genannten imkerlichen Fachleute zeigen, dass die Frage des Wintergemülls und seiner Laboruntersuchung ein komplexes Thema ist. Die Positionen unterscheiden sich je nach regionalen Besonderheiten, Größe der Organisation, Verfügbarkeit von Technologien und den persönlichen Erfahrungen der einzelnen Imker.

Eine wesentliche Rolle bei der Lösung dieser Frage sollte eine fachliche Diskussion auf landesweiter Ebene spielen. Sie sollte zu einer optimalen Ausgestaltung der Regeln führen, damit diese möglichst wirksam sind und gleichzeitig die administrative und organisatorische Belastung auf Seiten der Imkerorganisationen minimiert wird.

 

 

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