Mit dem Herbst richtet sich der Fokus des Imkers vor allem auf die Vorbereitung der Bienen auf die kalte Winterzeit. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Kontrolle der Volksstärke und – falls nötig – das Vereinigen schwächerer Ableger, die den Winter allein möglicherweise nicht überstehen würden. Im folgenden Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Empfehlungen, wie sich Bienenvölker gerade im Herbst effizient und fachgerecht zusammenführen lassen. Warum sollte man Bienenvölker vor dem Winter vereinigen? Das Zusammenlegen schwächerer Völker zu einer stärkeren Einheit ist ein entscheidender Schritt, damit die Bienen die Winterperiode sicher und möglichst stressarm überstehen. Ein „schwaches Volk“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht zwingend ein krankes Volk oder eines mit starkem Parasitenbefall wie durch die Milbe Varroa destructor, sondern meist Ableger, die zu spät gebildet wurden, oder Völker, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend entwickeln konnten.
Mit dem Herbst richtet sich der Fokus des Imkers vor allem auf die Vorbereitung der Bienen auf die kalte Winterzeit. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Kontrolle der Volksstärke und – falls nötig – das Vereinigen schwächerer Ableger, die den Winter allein möglicherweise nicht überstehen würden. Im folgenden Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Empfehlungen, wie sich Bienenvölker gerade im Herbst effizient und fachgerecht zusammenführen lassen.
Warum ist es sinnvoll, Bienenvölker vor dem Winter zu vereinigen?
Das Vereinigen schwächerer Bienenvölker zu einem kräftigeren Gesamtvolk ist ein zentraler Schritt, damit die Bienen die Winterperiode sicher und ohne unnötige Belastung überstehen. Ein schwaches Volk heißt dabei nicht automatisch „krank“ oder „stark von Parasiten befallen“ (z. B. durch Varroa destructor). Häufig handelt es sich vielmehr um spät gebildete Ableger oder um Völker, die sich aus verschiedenen Gründen nicht rechtzeitig ausreichend aufbauen konnten.
Nach Einschätzung des erfahrenen Imkers Friedrich Pohl, der dieses Thema in seinem Buch „Erfolgreiche Imkerei“ aufgreift, gilt der Oktober als spätester sinnvoller Zeitpunkt für die Vereinigung. Spätere Maßnahmen sind oft weniger wirksam und können die Bienen im ungünstigsten Fall zusätzlich schwächen.
Wie erkennt man die Volksstärke vor der Einwinterung?
Als sinnvoller Mindestzustand für die Einwinterung wird häufig eine Population von etwa 5.000 Bienen pro Volk empfohlen. Wie lässt sich diese Größe in der Praxis abschätzen?
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Sichtkontrolle der Waben: Rund 5.000 Bienen besetzen im Durchschnitt etwa 7 Waben im gängigen Standardrähmchenmaß. Bei einer kurzen Durchsicht ist das ein brauchbarer Anhaltspunkt für die Mindeststärke, mit der ein Volk eigenständig überwintern kann.
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Außentemperatur bei der Kontrolle beachten: Eine verlässliche Einschätzung ist nur bei ausreichend warmem Wetter möglich. Ideal sind Temperaturen über 14 °C. Sinkt die Temperatur unter 10 °C, ziehen sich die Bienen in die Wintertraube zurück – dann wird die Einschätzung der tatsächlichen Bienenmasse und des Zustands schnell ungenau.
Abschätzung der Bienenanzahl über das Gewicht
Ein interessanter und praxisnaher Richtwert, den ebenfalls Friedrich Pohl nennt, betrifft das Gewicht der Bienen: Zehn Bienen wiegen ungefähr 1 Gramm. Daraus folgt, dass man bei einer Bienenmasse von beispielsweise 2 Kilogramm grob mit rund 20.000 Bienen rechnen kann. Dieser Wert kann vor allem bei der Bildung von Kunstschwärmen oder Ablegern hilfreich sein, wenn man ungefähr abschätzen möchte, wie viele Bienen man tatsächlich zusetzt.
Vereinigung von Bienenvölkern im Oktober – ohne Zeitungspapier?
In der Saison wird häufig empfohlen, die Zargen der zu vereinigenden Völker durch Zeitungspapier zu trennen, damit sich die Bienen schrittweise aneinander gewöhnen und aggressive Kämpfe vermieden werden. Im Herbst sieht die Situation in der Praxis jedoch oft anders aus:
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Bei der Vereinigung im Oktober ist Zeitungspapier häufig nicht mehr zwingend nötig, weil die Bienen bei niedrigeren Temperaturen deutlich weniger aktiv sind.
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Wird Zeitungspapier dennoch verwendet, kann es in dieser Jahreszeit sogar nachteilig sein: Durch die gedrosselte Aktivität wird das Papier oft nur sehr langsam durchgenagt, wodurch sich die Vereinigung deutlich verzögert oder in der Praxis sogar stocken kann.
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Die Empfehlung lautet daher häufig, die Zargen der schwächeren Völker direkt aufeinander zu setzen und die Völker in der Phase reduzierter Aktivität natürlicher zusammenfinden zu lassen.
Die Königinnenfrage: Welche behalten, welche entfernen?
Ein wichtiger Punkt beim Vereinigen ist die Entscheidung, welche Königin im Endvolk bleiben soll:
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Ältere, schwache oder insgesamt unerwünschte Königinnen kann man beim Vereinigen gezielt entfernen.
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Alternativ kann man die Auswahl auch den Bienen überlassen: Häufig setzt sich die leistungsfähigere Königin durch, während die schwächere später ausgeräumt wird.
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Wenn jedoch eine der beiden Königinnen aus imkerlicher Sicht eindeutig hochwertiger ist, ist es meist besser, die schwächere Königin direkt beim Zusammenführen zu entnehmen.
Fazit: Rechtzeitige Vorbereitung zahlt sich aus
Das Vereinigen schwacher Völker vor dem Winter ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Überwinterungsstrategie. Der richtige Zeitpunkt, eine realistische Einschätzung der Volksstärke und die Wahl einer geeigneten Königin gehören zu den Grundlagen imkerlicher Praxis – und helfen dabei, langfristig kräftige, gesunde und leistungsfähige Bienenvölker zu erhalten.
Lassen Sie sich von Erfahrungen und Empfehlungen erfahrener Autoren wie Friedrich Pohl inspirieren und nehmen Sie sich Zeit für eine rechtzeitige Kontrolle – sie zahlt sich in Form eines starken, gut eingewinterten Volkes aus, das die Winterbedingungen zuverlässig meistert.



























































































































































