Kunstschwärme (auch Paketbienen genannt) sind bei Anfänger- wie auch bei fortgeschrittenen Imkern ein immer häufiger verwendeter Begriff. Obwohl in Tschechien lange Zeit die traditionelle Bildung von Ablegern vorherrschte, bieten Kunstschwärme eine Reihe einzigartiger Vorteile – insbesondere im Hinblick auf Krankheitsprophylaxe und allgemeine Sanierungsmaßnahmen im Bienenbestand. Was ist ein Kunstschwarm und worin unterscheidet er sich vom Ableger? Ein Kunstschwarm ist eine Bienenmasse ohne ursprüngliches Wabenwerk – er besteht also ausschließlich aus den Bienen selbst und einer behandelten, in Eiablage befindlichen Königin. In der Regel erhalten die Bienen zudem einen Vorrat an Zuckerlösung. Der Unterschied zwischen Kunstschwarm und Ableger liegt damit vor allem darin, dass der Ableger ausgebaute Waben mit Brut und Vorräten bekommt, während der Kunstschwarm komplett neu auf Mittelwänden aufgebaut wird.
Kunstschwärme (auch Paketbienen genannt) sind bei Anfänger- wie auch bei fortgeschrittenen Imkern ein immer häufiger verwendeter Begriff. Obwohl in Tschechien lange Zeit die traditionelle Bildung von Ablegern vorherrschte, bieten Kunstschwärme eine Reihe einzigartiger Vorteile – insbesondere im Hinblick auf Krankheitsprophylaxe und allgemeine Sanierungsmaßnahmen im Bienenbestand.
Was ist ein Kunstschwarm und worin unterscheidet er sich vom Ableger?
Ein Kunstschwarm ist eine Bienenmasse ohne ursprüngliches Wabenwerk – er besteht also ausschließlich aus den Bienen selbst und einer behandelten, in Eiablage befindlichen Königin. In der Regel erhalten die Bienen zudem einen Vorrat an Zuckerlösung. Der Unterschied zwischen Kunstschwarm und Ableger liegt damit vor allem darin, dass der Ableger ausgebaute Waben mit Brut und Vorräten bekommt, während der Kunstschwarm komplett neu auf Mittelwänden aufgebaut wird.
Gründe für die Bildung von Kunstschwärmen
Vorbeugung und Schutz vor Amerikanischer Faulbrut
Die Kunstschwarmmethode ermöglicht es, die Bienen von kontaminierten Waben zu trennen. Die Hauptquelle einer Ansteckung mit Amerikanischer Faulbrut sind gerade Waben, die Sporen dieser Krankheit enthalten. Durch das Umsetzen ausschließlich der Bienen wird das Risiko einer Weiterverbreitung der Infektion deutlich reduziert.
Bedeutung im Kampf gegen die Varroose (Varroa destructor)
Nach der Bildung eines Kunstschwarms, wenn im neuen Volk keine verdeckelte Brut vorhanden ist (das Volk ist also brutfrei), ergibt sich eine optimale Gelegenheit für einen wirksamen Eingriff gegen die Milbe Varroa destructor. Sehr bewährt ist beispielsweise eine Behandlung durch Besprühen mit Milchsäurelösung, die in dieser Phase maximale Wirksamkeit erreicht, da sich die Milben nicht in der Brut verbergen können.
Gesamtsanierung und Gesundheitsförderung des Bienenvolkes
Bei der Bildung von Kunstschwärmen kommt zudem die natürliche Physiologie der Bienen zum Tragen – ihre Verdauung sowie ihr Hygieneverhalten während einer kurzzeitigen Kellerhaft in kühler Umgebung. In dieser Zeit kommt es zu engem gegenseitigem Kontakt und zur Reinigung der Bienen, wodurch mögliche Krankheitserreger nach und nach auf natürlichem Weg reduziert werden. Auch das massenhafte Abkoten der Bienen außerhalb der Beute trägt wesentlich zur Hygiene und zur Gesundheitsprophylaxe in der Imkerei bei.
Nachteile der Kunstschwarmmethode
Die einzige wesentliche Komplikation ist der höhere Betreuungsaufwand zu Beginn. Die Bienen müssen nämlich bei null anfangen – sie verfügen weder über Vorräte noch über ausgebautes Wabenwerk und auch nicht über vorhandene Eier oder Larven zur Nachzucht. Eine legende Königin benötigt daher bis zu 21 Tage, bis die ersten jungen Bienen schlüpfen; in der Zwischenzeit ist regelmäßiges Füttern und eine stimulierende Aufbaupflege notwendig.
Schritt für Schritt: Wie bildet man in der Praxis einen Kunstschwarm?
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Vorbereitung der Königin im Voraus:
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Bereiten Sie einen Zusetzkäfig mit einer jungen, legenden Königin und einigen Begleitbienen vor.
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Bewahren Sie den Käfig separat an einem ruhigen, dunklen Ort auf und schützen Sie ihn vor Ameisen.
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Befeuchten Sie den Käfig gelegentlich vorsichtig mit einem Tropfen Wasser, um eine Dehydrierung der Bienen zu verhindern.
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Abkehren der Bienen:
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Kehren Sie von den Rähmchen ca. 1,5–2,5 kg Bienen aller Altersstufen in einen belüfteten Schwarmkasten (mit Gitter) ab.
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Zur Orientierung: ca. 7 voll besetzte Rähmchen (39×24) entsprechen etwa 1 Kilogramm Bienen.
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Achten Sie besonders darauf, dass die ursprüngliche Königin nicht in den Schwarmkasten gelangt!
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Kontrolle auf Anwesenheit der alten Königin:
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Stellen Sie den Kunstschwarm für zwei Stunden dunkel und beobachten Sie, ob die Bienen laut zu brausen beginnen („weinen“).
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Bleiben sie ruhig, befindet sich die alte Königin im Inneren – dann muss sie gesucht und entfernt werden.
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Zusetzen der neuen Königin:
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Setzen Sie nach zwei Stunden eine neue, legende Königin im Zusetzkäfig mit Zuckerteigverschluss zu (ohne weitere Begleitbienen!).
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Stellen Sie den Kunstschwarm für drei Tage in einen kühleren, dunklen Raum und füttern Sie mit Zuckerlösung 1:1.
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Einschlagen der Bienen in eine neue Beute:
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Am dritten Tag am Abend tragen Sie den Kunstschwarm in eine neue Beute und schlagen ihn auf Mittelwände ein.
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Beginnen Sie sofort mit regelmäßiger Fütterung – am besten jeden Abend –, um den Wabenbau zu beschleunigen.
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Füttern Sie schrittweise weiter, mindestens bis die Bienen das Wabenwerk sicher aufgebaut haben.
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Erfahrungen aus dem Ausland
Die Methodik der Kunstschwarmbildung ist in Ländern wie Österreich oder Deutschland erprobt, wo sie nicht nur häufig kommerziell genutzt wird, sondern auch für umfangreiche Sanierungen und gesundheitsfördernde Maßnahmen in Bienenhaltungen dient. Besonders bewährt hat sie sich zur Vorbeugung und Bekämpfung von Amerikanischer Faulbrut, Kalkbrut, Europäischer Faulbrut sowie der Varroose.
Von der Website Beeinfo, Imkerei Band I. Přeslička, J.: Kunstschwarm oder Ableger. Moderner Imker...



























































































































































