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Der Bienenstock ist eine faszinierende und hochgradig strukturierte Gemeinschaft, in der jedes Bienenindividuum eine spezielle Funktion übernimmt. Dieses außergewöhnliche Gefüge besteht aus der Königin, den Arbeiterinnen und den Drohnen. Durch ihr Zusammenwirken sichern sie das Überleben und den Erfolg des gesamten Volkes. Im Folgenden stellen wir diese Mitglieder und ihre Aufgaben innerhalb der Bienengemeinschaft näher vor.

Königin

Im Bienenstaat bildet die Königin das Zentrum des Geschehens. In einem Bienenvolk lebt normalerweise eine eierlegende Königin. Ihre größte Aufgabe ist das Eierlegen: An einem einzigen Tag kann sie bis zu 2.000 Eier ablegen und sorgt damit für steten Nachwuchs im Stock. Zusätzlich sondert sie Pheromone ab, die Organisation und Arbeitsteilung im Volk beeinflussen.

Die Königin wird während ihres Hochzeitsfluges von mehreren Drohnen begattet und speichert deren Samen in ihrer Samentasche. Den Hochzeitsflug unternimmt sie ungefähr fünf bis acht Tage nach dem Schlupf.

Erkennbar ist die Königin an ihrem größeren, zugespitzten Hinterleib und der ovalen Kopfform. Pollenhöschen sowie Duft- und Wachsdrüsen fehlen ihr. Sie entwickelt sich in besonderen Weiselzellen, die bei Nachschaffung, Schwarmvorbereitung oder stiller Umweiselung angelegt werden. Im Durchschnitt wird sie drei bis fünf Jahre alt; in der imkerlichen Praxis werden Königinnen häufig früher ersetzt.

Arbeiterinnen

Arbeiterinnen sind die zahlenmäßig größte Gruppe im Bienenvolk. Sie sammeln Nektar und Pollen, bauen Waben, pflegen die Brut, reinigen die Wabenzellen und verteidigen das Volk. Weitere Aufgaben sind die Belüftung des Stocks, die Übernahme von Nektar und Wasser der Sammlerinnen sowie das Anlegen und Verwahren der Futtervorräte. Ihre Tätigkeiten verändern sich mit dem Alter und dem saisonalen Bedarf des Volkes.

Im Sommer beträgt die Lebensdauer einer Arbeiterin etwa 38 Tage, im Winter dagegen bis zu sechs Monate.

Drohnen

Drohnen sind die männlichen Bienen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Begattung einer jungen Königin. Sie besitzen keinen Stachel und sammeln keinen Nektar. Drohnen erscheinen vor allem im Frühjahr; ihre Lebensdauer wird mit rund 50 Tagen angegeben. Nach dem Paarungsakt sterben sie. Die übrigen Drohnen werden im Herbst häufig aus dem Stock gedrängt und überleben die Kälte nicht.

Die Bienenfamilie und ihre Entwicklung

Das gesamte Volk wird auch Bienenfamilie genannt. Arbeiterinnen und Königin sind diploid, Drohnen dagegen haploid. Die Populationsgröße variiert mit der Jahreszeit: Im Sommer umfasst das Volk etwa 20.000 bis 40.000 Arbeiterinnen, 300 bis 3.000 Drohnen und eine Königin. Im Winter sind es ungefähr 10.000 Arbeiterinnen und eine Königin; Drohnen bleiben nur vereinzelt im Volk. Ein Bienenvolk kann bei erfolgreicher Überwinterung viele Jahre bestehen.

Bienen durchlaufen eine vollständige Metamorphose. Aus dem Ei schlüpft nach etwa drei Tagen eine Larve, die sich später verpuppt und schließlich als erwachsene Biene, als Imago, schlüpft. Aus befruchteten Eiern entstehen Weibchen: Königin oder Arbeiterin, abhängig von der Ernährung. Aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich Drohnen.

Alle Larven erhalten in den ersten Tagen Futtersaft. Königinnenlarven werden während der gesamten Larvenzeit mit Gelée Royale versorgt. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zum erwachsenen Insekt beträgt bei der Königin 16, bei der Arbeiterin 21 und beim Drohn 24 Tage. Die Puppenphase dauert ungefähr acht, zwölf beziehungsweise vierzehn Tage.

Werden mehrere junge Königinnen aufgezogen, kann es zu Auseinandersetzungen kommen, bei denen die zuerst geschlüpfte Königin die übrigen tötet. Nach der Begattung beginnt die junge Königin mit der Eiablage. Im Zusammenhang mit dem Schwärmen übernimmt sie den Platz der alten Königin im verbleibenden Volk.

Lebenslauf der Arbeiterbiene

Die Arbeitsteilung lässt sich in folgende Altersabschnitte gliedern:

  • 1.–3. Tag: Reinigung der Waben und Vorbereitung neuer Brutzellen. An der Reinigung einer Zelle können 15 bis 30 Bienen beteiligt sein.

  • 4.–6. Tag: Fütterung älterer Larven mit Honig und Futtersaft. Eine Arbeiterin kann dabei bis zu drei Larven versorgen.

  • 7.–14. Tag: Arbeiten an eingetragenem Pollen und Nektar sowie Beteiligung am Wabenbau, besonders ab dem neunten Tag. Die Rähmchen geben dem Wabenwerk Stabilität.

  • 15.–18. Tag: Wabenbau.

  • 19.–21. Tag: Schutz und Verteidigung des Bienenstocks.

  • Ab etwa dem 21. Tag: Tätigkeit als Sammlerin. Die Biene sammelt Pollen oder Nektar und kann sich während ihrer Sammelflüge auf eine Pflanzenart konzentrieren.

Die Bestäubungsarbeit der Bienen beeinflusst unser Ökosystem und die landwirtschaftliche Produktion. Der Schutz ihrer Lebensgrundlagen betrifft daher die gesamte Nahrungskette und Umwelt.

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