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Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera)

Wissenschaftliche Einordnung: Stamm Gliederfüßer, Klasse Insekten, Ordnung Hautflügler, Unterordnung Taillenwespen, Familie Echte Bienen, Gattung Honigbienen. Der wissenschaftliche Artname lautet Apis mellifera.

Verbreitung und Lebensweise

Die Westliche Honigbiene lebte ursprünglich in Europa, Asien und Afrika. Später wurde sie nach Amerika, Australien und Neuseeland gebracht. Sie baut ihre Nester an geschützten Stellen und ordnet die einzelnen Waben nebeneinander an. Von den Honigbienen besitzt sie die größte wirtschaftliche Bedeutung. Die Zwerghonigbiene (Apis florea) lebt wild in Asien, die Riesenhonigbiene (Apis dorsata) unter anderem in den Berggebieten Indiens.

Körperbau

Der Körper besteht aus Kopf, Brust und Hinterleib. Verengungen zwischen den Abschnitten ermöglichen Beweglichkeit; das Außenskelett stützt die Muskulatur. An den Kopfseiten liegen zwei Facettenaugen, auf dem Scheitel drei einfache Augen. Die Farbwahrnehmung unterscheidet sich von der des Menschen; Schwarz wird schlecht unterschieden, ultraviolettes Licht dagegen wahrgenommen und bei der Blütensuche genutzt. Die Facettenaugen dienen dem Sehen, die einfachen Augen der Wahrnehmung von Lichtreizen. Der Kopf ist bei der Königin herzförmig, bei der Arbeiterin dreieckig und bei Drohnen rundlich.

Die beiden gegliederten Fühler sitzen vorn am Kopf und tragen Riech- und Tastorgane. Bei Arbeiterinnen bestehen sie aus zwölf, bei Drohnen aus dreizehn Gliedern.

Die Larve besitzt drei Brustsegmente. Bei der erwachsenen Biene ist zusätzlich das erste Hinterleibssegment mit dem Brustbereich verbunden und bildet dessen hinteren Abschnitt. Diese Umgestaltung erfolgt während des Puppenstadiums.

Die drei Beinpaare dienen der Fortbewegung, dem Bilden von Ketten mit anderen Bienen, der Weitergabe von Wachsschüppchen, dem Pollensammeln und dem Reinigen der Fühler. Sie tragen außerdem chemische und mechanische Rezeptoren. Am dritten Beinpaar befinden sich die Pollenkörbchen.

Seitlich an der Brust sitzen zwei Paar häutige, fein behaarte Flügel. Ihre Bewegung ist so schnell, dass einzelne Schläge kaum zu verfolgen sind. Brustmuskeln bewegen sie auf einer achtförmigen Bahn. Bienen können nicht nur vorwärtsfliegen, sondern auch auf der Stelle schweben.

Im Hinterleib liegen unter anderem Verdauungsorgane, Honigmagen, Giftdrüsen, Luftsäcke und der Stachelapparat. Der hohle Stachel ist mit der Giftblase verbunden. Seine Widerhaken erschweren das Herausziehen aus einer Wunde. Wird der Stachel samt Giftblase herausgerissen, stirbt die Biene später. Der abgetrennte Apparat kann noch eine Weile Gift abgeben. Beim Herausziehen besteht das Risiko, durch Druck auf die Giftblase weiteres Gift in die Wunde zu pressen.

Entwicklungsstadien

Die Entwicklung verläuft über Ei, Larve, Vorpuppe und Puppe zum erwachsenen Tier (Imago).

Ei

Die Königin legt befruchtete Eier in Arbeiterinnen- und Weiselzellen und unbefruchtete Eier in Drohnenzellen. Die weißen, stäbchenförmigen, leicht gekrümmten Eier sind 1,3–1,8 mm lang und wiegen etwa 0,130 mg.

Larve und Vorpuppe

Die Larve ähnelt der erwachsenen Biene zunächst nicht, da sie eine vollständige Metamorphose durchläuft. Ihr Körper besteht aus Kopf und dreizehn Segmenten und ist glänzend weiß. In den ersten Stunden misst sie etwa 1,5–2,0 mm. Anfangs liegt sie mit der Bauchseite nach innen eingerollt in der Zelle. Mit zunehmendem Wachstum streckt sie sich, bis sie fast das gesamte Zellvolumen ausfüllt.

In der Weiselzelle bildet die Vorpuppe ihren Kokon an den Seiten und im oberen Zellbereich. Die äußeren Körperteile nehmen bereits Formen an, die denen der erwachsenen Biene ähneln.

Puppe und Schlupf

Das Puppenstadium dauert bei der Königin fünf Tage, bei Arbeiterinnen und Drohnen acht Tage. Währenddessen werden die inneren Organe umgebildet. Das erwachsene Tier beißt den Zelldeckel auf und schlüpft.

Das Bienenvolk und seine Arbeitsteilung

Bienen leben in einer Gemeinschaft aus einer Königin, zahlreichen Arbeiterinnen und einer wechselnden Zahl von Drohnen. Deren Anzahl hängt von Volksstärke, Pollenangebot und Jahreszeit ab. Die Mitglieder des Volkes sind voneinander abhängig.

Die Königin legt Eier und sichert damit die Erneuerung des Volkes. Drohnen begatten die Königin und helfen bei Bedarf beim Wärmen der Brut. Arbeiterinnen erledigen die übrigen Aufgaben: Sie sammeln Nektar, Honigtau, Pollen und Wasser, bereiten Honig zu, konservieren Pollen, bauen Waben, füttern Königin, Drohnen und Brut, bewachen das Flugloch, reinigen die Beute und regulieren Belüftung und Temperatur.

Die Königin

Die Königin besitzt vollständig entwickelte Fortpflanzungsorgane und ist größer als die Arbeiterinnen. Sie misst 20–25 mm und wiegt nach dem Schlupf 175–240 mg, nach der Begattung 225–290 mg. An den übrigen Arbeiten im Stock beteiligt sie sich nicht. Ihr Stachel ist anders angepasst als derjenige der Arbeiterinnen. Diese versorgen sie lebenslang mit Weiselfuttersaft, einer Absonderung der Rachendrüsen junger Bienen.

Anfangs ähnelt die Entwicklung der Königin der einer Arbeiterin, ihre Larve erhält jedoch größere Mengen Weiselfuttersaft. Die Königin schlüpft am 16. Tag nach der Eiablage aus der Weiselzelle und wird sofort von Arbeiterinnen gefüttert. Trifft sie auf eine weitere Königin, kommt es gewöhnlich zum Kampf, bei dem die schwächere stirbt.

Die Königin produziert Pheromone, die Arbeiterinnen bei Körperkontakt aufnehmen und untereinander weitergeben. Fehlt die Königin, bemerken sie dies und beginnen, Nachschaffungszellen anzulegen.

Schwärmen

Schwärmen ist die natürliche Vermehrungsweise der Bienenvölker. Dabei teilt sich das Volk. Die alte Königin zieht mit dem ersten Schwarm aus und bezieht eine neue Behausung. Ein starkes Volk kann innerhalb einer Saison mehrfach schwärmen.

Die Arbeiterinnen

Arbeiterinnen sind Weibchen mit nicht vollständig entwickelten Fortpflanzungsorganen. Sie entstehen aus befruchteten Eiern, werden 12–14 mm lang und wiegen etwa 100 mg. Während der Haupttracht leben etwa 30.000–50.000 Arbeiterinnen im Stock, während der Winterruhe 10.000–20.000.

Sie schlüpfen am 21. Tag nach der Eiablage. In den ersten drei Lebenstagen reinigen sie Zellen und bereiten diese für die Eiablage vor. Vom vierten bis sechsten Tag füttern sie Larven, vom sechsten bis zwölften Tag versorgen sie die Königin mit Futtersaft. Zwischen dem zwölften und 21. Tag bauen sie Waben. Ab etwa dem 18. Tag bewachen sie das Flugloch; ab dem 21. Lebenstag fliegen sie aus und sammeln Nahrung und Wasser.

Die Lebensdauer hängt von Ernährung und Arbeitsbelastung ab. Während der Tracht beträgt sie etwa 30–40 Tage, während der Winterruhe etwa sechs bis acht Monate.

Verliert ein Volk seine Königin und kann keine neue nachziehen, kann die gegenseitige Fütterung der Arbeiterinnen mit Futtersaft die Aktivierung ihrer Eierstöcke begünstigen. Diese Arbeiterinnen können sich nicht mit Drohnen paaren. Sie legen unbefruchtete Eier, aus denen Drohnen entstehen.

Die Drohnen

Drohnen sind männliche Bienen. Sie messen 15–17 mm, wiegen etwa 220 mg und besitzen keinen Stachel. Gewöhnlich leben sie nur im Sommer in einer Anzahl von einigen Hundert bis einigen Tausend im Volk. Am Ende des Sommers werden sie aus dem Stock vertrieben.

Krankheiten und Schädlinge

Die Brut kann unter anderem von Viruskrankheiten, Amerikanischer und Europäischer Faulbrut, Kalkbrut und Varroose betroffen sein.

Bei erwachsenen Bienen treten unter anderem Viruskrankheiten, Nosematose, Tracheenmilbenbefall und Varroose auf. Weitere Gefahren sind der Kleine Beutenkäfer und Vergiftungen.

Bedeutung für den Menschen

Menschen halten Bienen zur Bestäubung und zur Gewinnung von Honig, Wachs, Propolis, Gelée Royale, Bienengift und Pollen.

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